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Inflation: Darum sind die Preise in der Schweiz konstant geblieben

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Von: Moritz Serif

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In der Schweiz ist die Inflation auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau
In der Schweiz ist die Inflation auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau (Archivbild). © Michael Buholzer/dpa/picture alliance

Die Bundesrepublik Deutschland hat eine deutlich höhere Inflationsrate als die Schweiz. Dafür gibt es mehrere Gründe. 

Bern – In Deutschland explodieren die Preise – ein Lahmacun mit Dönerfleisch kann in Berlin gut und gerne 7,50 Euro kosten. Vor kurzem war das noch undenkbar. „Insgesamt könnte die Inflationsrate im Herbst eine Größenordnung von 10 Prozent erreichen“, so der Monatsbericht der Bundesbank. Bald laufe das 9-Euro-Ticket aus – ebenso der Tankrabatt.

Auch die Gasumlage könne die Teuerungsrate ansteigen lassen, schreibt die Tagesschau. All das sind Probleme, die die Schweiz in dieser Form nicht hat. Zwar befindet sich die Inflation mit 3,4 Prozent im Alpenland auf ihrem höchsten Stand seit 1993 – allerdings ist das dennoch ein relativ niedriges Nieau – beispielsweise vergleichen mit der Bundesrepublik.

Inflation in der Schweiz viel niedriger als in Deutschland

Doch was sind die Gründe dafür, dass die Schweiz niedrigere Teuerungsraten als viele Nachbarländer hat? Unter anderem liegt das an einer starken Währung. „Wenn der Schweizer Franken aufwertet, werden importierte Güter für Verbraucher billiger“, sagt Alexander Rathke von der Konjunkturforschungsstelle der Universität ETH dem Handelsblatt.

Demnach profitieren die Schweizer von hohen Importzöllen auf Lebensmittel und Agrarprodukten sowie von Preiskontrollen von Strom und Gas. „Durch die protektionistischen Maßnahmen sind die Schweizer Nahrungsmittelpreise von der Entwicklung auf dem Weltmarkt abgekoppelt“, sagt Maxime Botteron, Analyst bei der Bank Credit Suisse.

Schweiz setzt bei Strom auf Wasser- und Atomkraft

„Mit einem Mix aus Wasserkraft und Atomkraft gelingt es der Schweiz im Sommer sogar einige Überschüsse zu produzieren. Nur im Winter muss man zukaufen“, sagt Jan-Egbert Sturm, Professor für Angewandte Wirtschaftsforschung an der ETH Zürich und Direktor der renommierten KOF Konjunkturforschungsstelle, dem Spiegel.

Lediglich im Winter käme es zu Nachkäufen. „Nur wenige Schweizer Haushalte heizen mit Gas“, so Sturm. Viele Neubauhäuser würden mit Erd- und Fernwärme heizen. Ein eklatanter Unterschied zu Deutschland, das immer noch eklatant von Gas abhängig ist – egal ob Haushalte oder Industrie. Aus diesen Gründen hat die Schweiz eine vergleichsweise niedrige Inflation. (mse/dpa)

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