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Modebranche

Schweden: Rassismus-Kultur bei H&M? Regierung leitet Ermittlungen ein

  • vonThomas Borchert
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Immer wieder macht der Modehändler H&M wegen Vorwürfen von Diskriminierung und Rassismus Schlagzeilen. Jetzt schaltet sich die schwedische Regierung ein.

  • Ehemalige Angestellte berichten von einer Kultur des Rassismus beim Modeunternehmen H&M.
  • Der Regierung Schwedens leitet Untersuchungen gegen H&M wegen Rassismusvorwürfen ein.
  • Nach Eigenaussage habe H&M bei den Themen Rassismus und Diskriminierung bereits große Forschritte gemacht.

Stockholm - Der Textilkonzern H&M ist nach wiederholten internationalen Rassismus-Vorwürfen nun im heimischen Schweden ins Visier der Behörden geraten. Wie das Unternehmen bestätigte, hat der Diskriminierungs-Ombudsmann in Stockholm Ermittlungen eingeleitet, weil H&M Kund:innen aufgrund ihrer Hautfarbe und ethnischen Herkunft benachteiligt haben soll. Hintergrund sind TV-Bilder der Zeitung „Aftonbladet“, die zeigten, dass Käufer:innen mit dunkler Hautfarbe Umtauschwünsche deutlich häufiger verweigert wurden als hellhäutigen mit identischen Anliegen.

Ehemalige Angestellte von H&M: Kultur der Diskriminierung und des Rassismus

Nach der Ausstrahlung der Aufnahmen meldeten sich „Aftonbladet“ zufolge mehr als zehn jetzige oder ehemalige H&M-Angestellte und berichteten von einer grundsätzlich „diskriminierenden“ oder „rassistischen“ Kultur gegenüber Kundinnen und Kunden mit Migrationshintergrund. Die im Februar als neue Konzernchefin angetretene Helena Helmersson reagierte erst nach wochenlangem Schweigen auf die Vorwürfe. Sie sagte der Zeitung „Dagens Nyheter“: „Wir haben in diesen Fragen seit dem letzten Jahr große Fortschritte gemacht, müssen aber demütig bleiben.“

Die Modekette H&M war zuletzt immer wieder wegen Diskriminierungsvorwürfen in den Schlagzeilen.

Kein ganz neuer Vorwurf: Rassismus und Diskriminierung bei H&M hat Geschichte

Sie bezog sich damit vor allem auf die weltweite Kritik an einer H&M-Werbekampagne mit einem dunkelhäutigen Jungen, dessen Sweatshirt die Aufschrift „Coolest monkey in the jungle“ trug. In Südafrika musste H&M 2018 wegen der Proteste zeitweise Filialen schließen, nahm das Sweatshirt aus dem Handel und entschuldigte sich in aller Form. „Das hat wirklich unseren Blick nach innen geschärft“, meinte Helmersson, die seit 1997 in dem von der schwedischen Familie Persson gegründeten und weiter dominierten Weltkonzern arbeitet.

Name: Hennes & Mauritz (H&M)CEO: Helena Helmersson Rechtsform: Aktiengesellschaft
Gründer: Erling PerssonHauptsitz: Stockholm, SchwedenZu H&M gehörend: Weekday, Monky, Cheap Monday
Gründung: 4. Oktober 147Umsatz: 25,19 Milliarden US-Dollar (2016)Quelle: Wikipedia

Die Entschuldigung von H&M: „Rassismus und Diskriminierung sind Teil der Gesellschaft“

In den USA berichtete der TV-Sender CNN im August, dass in einem internen Warenkatalog rassistische Namen wie „Nigga Lab Beanie“ für eigene Produkte verwendet wurden. Auch hier entschuldigte sich das Unternehmen. Helmersson sagte zu den wiederholten Vorwürfen im eigenen Land: „Rassismus und Diskriminierung sind Teil der Gesellschaft, aber wir müssen alle Signale weiter außerordentlich ernst nehmen.“ Bei H&M hätten „Tausende“ der 179 000 Beschäftigten Schulungen dazu durchlaufen.

Stellungnahme gefordert: Ministerin äußert sich zu Rassismusvorwürfen gegen H&M

Schwedens Diskriminierungs-Ombudsmann Lars Arrhenius erklärte in einer Mitteilung, er sehe nach entsprechenden Medienberichten Anlass, eine Stellungnahme des Unternehmens einzuholen. Die muss H&M bis 22. Dezember abliefern. Dann soll entschieden werden, ob ein Verfahren wegen Diskriminierung eingeleitet wird. Gleichberechtigungsministerin Åsa Lindhagen hatte H&M-Manager:innen schon vorher zu einem Gespräch einbestellt und aufgefordert, für die Beendigung von jeder Form von Diskriminierung zu sorgen.

H&M ist nach dem jüngsten Quartalsbericht recht gut durch die Corona-Krise gekommen. Wegen der dadurch noch beschleunigten Umstellung auf den Online-Handel will der Konzern 2021 weltweit etwa 250 seiner rund 5000 Kaufhäuser schließen. (Thomas Borchert)

Rubriklistenbild: © imago stock&people

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