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Schutz von Primärwäldern ist ein wichtiges Signal

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Von: Joachim Wille

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Die EU macht beim Schutz von Primärwäldern einen wichtigen Schritt vorwärts. Das ist weltweit vorbildlich.

Die Fertigpizza, das saftige Schnitzel, das Shampoo, der Biodiesel, die Holzbank im Baumarkt. Wer diese Produkte kauft, verbindet damit alles Mögliche, nur an eines meist nicht: dass er damit möglicherweise dazu beiträgt, dass wertvolle Wälder vernichtet werden. Tropenwälder, die etwa für Palmöl-Plantagen oder Sojaanbau gerodet wurden, oder Wälder im Norden, in denen Raubbau für billiges Holz betrieben wird.

Die Europäische Union geht nun einen wichtigen Schritt, um dieses Problem anzugehen. Lieferketten für diese und viele andere Produkte sollen künftig „entwaldungsfrei“ sein. Das heißt: Wer sie in der Union verkaufen will, muss sicherstellen, dass dafür kein Primärwald vernichtet wurde. Das ist weltweit vorbildlich. Kein anderer Wirtschaftsblock ist bisher so weit gegangen.

Das dürfte den Druck auf die Wälder der Erde spürbar verringern. Denn die Europäische Union ist global einer der Hauptimporteure von Rohstoffen wie Palmöl, Soja, Rindfleisch, Kaffee, Kakao und Kautschuk, die den größten Anteil an der Entwaldung haben.

Untersuchungen zufolge verursacht die Union durch ihre Einfuhren bisher rund 16 Prozent der globalen Vernichtung von Regenwald. Nur der Beitrag des chinesischen Konsums ist noch gewaltiger.

Der EU-Einigung, die jetzt im „Trilog“ zwischen Kommission, Parlament und Rat zustande kam, ist ein wichtiges Signal auch für den UN-Naturgipfel, der am heutigen Mittwoch im kanadischen Montreal beginnt. Die Verhandlungen dort brauchen dringend solche Booster.

Denn bisher sind ja alle hehren Ziele zum globalen Schutz der Ökosysteme und der Artenvielfalt daran gescheitert, dass nicht in die ökonomischen Strukturen eingegriffen wurde, die der Zerstörung zugrunde liegen. Das Signal aus Brüssel könnte durchaus helfen, den Schutz unserer Lebensgrundlagen auf internationale Ebene diesmal ernsthaft anzupacken.

Nicht alles ist Gold in der EU-Einigung. So gelten die Vorschriften vorerst nur für Primärwälder, nicht für Forste, obwohl gerade auch hier gewaltig Raubbau betrieben wird. Hier muss der Druck aufrechterhalten werden, dies nachzubessern.

Auch kommt es natürlich auf die konsequente Umsetzung und Kontrolle der neuen Vorschriften am. Trotzdem gibt es daran nichts zu deuteln: Diese Lieferketten-Entscheidung bedeutet einen großen Fortschritt.

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