Eine bläulich-transparente Wasserstoff-Flamme an einem NOx-armen Wasserstoffbrenner.
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Eine bläulich-transparente Wasserstoff-Flamme an einem NOx-armen Wasserstoffbrenner.

Wasserstoff

Schub für Energiewende 2.0

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Bundeskabinett will Wasserstoff-Strategie verabschieden. Push durch das Konjunkturpaket.

Nun steht sie endlich, die „Nationale Wasserstoff-Strategie“, mit der die Bundesregierung die Energiewende voranbringen will. Nach heftigen Debatten zwischen den beteiligten Ressorts will das Kabinett sie voraussichtlich am heutigen Mittwoch verabschieden.

Genutzt werden können das Gas respektive daraus hergestellte synthetische Brenn- und Kraftstoffe in den Wirtschaftsbereichen, in denen es bisher an klimaverträglichen Alternativen mangelt – so in der Stahl -und Zementindustrie, im Flugverkehr, in der Seeschifffahrt, möglicherweise aber auch als Sprit-Ersatz für Verbrenner-Pkw (E-Fuels). Auch Speicher für fluktuierende Öko-Energien sind möglich.

Schwerpunkt der Strategie ist nun, anders als in früheren Entwürfen, eindeutig der „grüne Wasserstoff“, der unter Verwendung von Ökostrom produziert wird. Nur diese Variante sei „auf Dauer nachhaltig“, heißt es darin. Im ersten Entwurf aus dem Bundeswissenschaftsministerium hatte der sogenannte blaue Wasserstoff noch die Hauptrolle gespielt. Dabei wird das Gas aus Erdgas hergestellt und das dabei entstehende CO2 in unterirdische Lagerstätten verpresst.

Einen Push erhielt die Wasserstoff-Strategie durch das Konjunkturpaket, auf das sich die große Koalition vorige Woche einigte. Darin werden für den „Markthochlauf“ der Technologien hierzulande sieben Milliarden Euro sowie weitere zwei Milliarden Euro für „internationale Partnerschaften“ bereitgestellt. Die Erzeugung des grünen Wasserstoffs wird zudem von der EEG-Umlage befreit.

Hintergrund für die Förderung der Partnerschaften mit dem Ausland ist: Die Kapazitäten für den grünen Wasserstoff im Inland werden selbst bei dem jetzt angepeilten schnelleren Pfad bei weitem nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Importe sollen vor allem aus EU-Ländern kommen, es gebe „ertragreiche Standorte“ für nutzbaren Ökostrom bei den Nord- und Ostsee-Anrainern, aber auch in Südeuropa, heißt es im Gesetzentwurf. Gedacht ist hier vor allem an Offshore-Windkraft.

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