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Olaf Scholz hatte eine Vision von einer Großbank - die ist gescheitert.

Geplatzte Bankenfusion

Scholz hat Glück gehabt

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Finanzminister Olaf Scholz sollte froh sein, dass seine Großbank-Vision gescheitert ist. Ein Kommentar.

Vielleicht ist Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) jetzt doch ganz glücklich darüber, dass seine Großbank-Vision gescheitert ist. Das sollte er auf jeden Fall sein. Der Widerstand gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank, sei es vonseiten der Arbeitnehmer, der Öffentlichkeit oder von Wissenschaftlern, dürfte Scholz in seiner Vehemenz und Einhelligkeit überrascht haben. Dieses Projekt hätte ihm politisch wie wirtschaftlich noch richtig schmerzhaft auf die Füße fallen können.

Selbst wenn Deutsche Bank und Commerzbank beide gesund und die Unternehmenskulturen und Geschäftsmodelle besser kompatibel gewesen wären – ein Zusammenschluss also mehr Sinn gemacht und weniger Risiken beinhaltet hätte -, muss man sich fragen: Wie kann ein sozialdemokratischer Minister ein Vorhaben gezielt vorantreiben, bei dem geschätzt bis zu 30 000 Arbeitsplätze verschwinden würden? Und durch das eine deutlich größere Bank entstehen würde – obgleich doch auch die SPD nach der Finanzkrise geschworen hatte, Banken sollten ob der „Too-big-to-fail“-Problematik schrumpfen, nicht wachsen?

Scholz kann froh sein, dass die Öffentlichkeit seine Fehleinschätzung aufgrund der Fusionsabsage schnell vergessen wird.

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