+
Neu im Sortiment der Viba-Tochter Heilemann.

Ruby-Kakao

Schokolade wird rosa

  • schließen

Viba lanciert als erster deutscher Hersteller ein Sortiment aus der Ruby-Kakaobohne.

Die Deutschen lieben Schokolade: 8,7 Kilogramm isst jeder Bürger im Schnitt im Jahr. Der Konsum ist seit Jahren relativ konstant. Zwar bemühen sich fast alle Hersteller mit neuen Mischungen und Zutaten, den Absatz weiter zu erhöhen, doch größere Innovationen sind rar. Eine Tochter des Thüringer Produzenten Viba Sweets hat nun eine wahre Neuheit herausgebracht: rosa Schokolade.

Im Viba-Shop in Halle steht das Sortiment gleich am Eingang. „Der Geschmack der Schokolade ist fruchtig und beerig“, sagt die Verkäuferin. Einige Kunden würden zunächst annehmen, es handle sich um gefärbte Schokolade mit Erdbeergeschmack. „Ich muss die Schokolade dann erst einmal vorstellen.“

Nach Angaben von Viba-Geschäftsführer Andreas Steffen handelt es sich um eine vierte Sorte – neben weißer, dunkler und Milch-Schokolade. „Ruby ist eine Laune der Natur“, sagt der Marketingleiter. Vor mehr als 15 Jahren wurde die Ruby-Kakaobohne entdeckt. Die Mutation hat orangene Bohnen. Der Schweizer Schokoladenkonzern Barry Callebaut hat jahrelang zusammen mit Wissenschaftlern daran gearbeitet, die Bohnen zu erkennen und zu klassifizieren. Im September 2017 stellte Callebaut die Neuheit dann in Schanghai (China) vor, vier Monate später brachte Nestlé die ersten Kitkat-Riegel mit Ruby-Schokolade mit großem Erfolg heraus.

Das erste komplette Schoko-Sortiment hierzulande hat jedoch die Viba-Tochter Heilemann herausgebracht. „Callebaut hat mit mehreren deutschen Herstellern gesprochen, wir haben im vergangenen Herbst den Zuschlag bekommen“, erläutert Steffen. Der Mittelständler entwickelte anschließend zügig neue Produkte. Neben einer Tafelschokolade gibt es auch Pralinen mit Nougat und Haselnuss sowie eine Mischung mit Edelbitter-Schokolade. Die Herstellung ist nach Worten des Viba-Managers aufwendiger als bei herkömmlicher Schokolade. Ruby sei empfindlicher gegen Feuchtigkeit, Licht und Sauerstoff. Das spiegelt sich im Preis: Die 80 Gramm-Tafel wird für knapp vier Euro verkauft.

Neben dem Viba-Onlineshop und den 43 Filialen gibt es die neue Schokolade bei Karstadt-Kaufhof, Arko und Hussel sowie bei Fachhändlern. „Wir sind aber auch mit dem Einzelhandel im Gespräch“, sagt Steffen. Dass die ersten Produkte über die Tochter Heilemann vermarktet werden, liegt laut Steffen an deren Sortiment. Während Viba als Spezialist für Nougatprodukte gilt, stellt Heilemann in Woringen im Allgäu Schokolade im Premium-Segment her – vergleichbar mit Lindt. Doch Steffen kündigt an, dass auch Viba in diesem Jahr noch Produkte mit rosa Schokolade anbieten wird.

Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis 1893 zurück. Willi Viebahn eröffnete damals in Schmalkalden ein Kaffeehaus und begann 1920 zusätzlich mit der Produktion von Nougat und Marzipan. Das Unternehmen firmierte in der DDR unter VEB Nougat- und Marzipanfabrik, wurde nach der Wende privatisiert und heißt seit 1996 Viba. 1997 zog die Firma von Schmalkalden nach Floh-Seligenthal um. Da es die Marke Viba erst seit gut 20 Jahren gibt, handelt es sich nicht um eine klassische ostdeutsche Marke. Nach Unternehmensangaben werden aber mehr als 80 Prozent des Umsatzes in den neuen Ländern erwirtschaftet. Ruby sei für Viba auch eine Chance, in die westdeutschen Supermarktregale zu kommen, sagt Steffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare