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Kommentar zu Managergehältern

Schlussstrich

Viel Geld erhält der, der den Konzern Infineon in die roten Zahlen gebracht hat. Sein Nachfolger muss mit einem geringeren Ruhegehalt auskommen. Die Einigung mit Schumacher bedeutet eine Niederlage für Infineon.

Von Jutta Maier

Ein Ruhegehalt von rund einer halben Million Euro pro Jahr für einen Ex-Manager ist nicht gerade wenig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Nachfolger von Ex-Infineon-Chef Ulrich Schumacher, Peter Bauer, als Pensionär einmal weniger Geld bekommen wird. Sein Ruhegehalt ist auf 400.000 Euro jährlich gedeckelt. Dabei hat Bauer den Konzern aus den roten Zahlen geführt, die Schumacher mit zu verantworten hat.

Gegen die Regeln von Corporate Governance, also guter Unternehmensführung, verstoßen die Zahlungen nicht. Denn ihre Höhe war bereits vertraglich zugesagt, als Schumacher im Jahr 2004 bei Infineon ausschied. Für einen Industriekonzern ist der Betrag für damalige Verhältnisse nicht exorbitant hoch – Konzerne und Öffentlichkeit waren vor knapp sieben Jahren bei weitem noch nicht so sensibilisiert für Vorstandsgehälter, Abfindungen und Pensionszahlungen wie heute.

Infineon betont, dass die Einigung schließlich auch mit einem Verzicht auf Seiten des Managers verbunden sei. So spare man sich durch die Vereinbarung das Überbrückungsgeld, das Schumacher von Oktober 2007 eigentlich zugestanden hätte. Bis er 2018 im Pensionsalter gewesen wäre, hätte sich so ein Betrag von 5,9 Millionen Euro aufsummiert. Hinzu komme die zweite Rate der vereinbarten Abfindung von 2,6 Millionen Euro, die Schumacher eigentlich zugestanden hätte und auf die er nun verzichtet. Unter dem Strich spare Infineon also 8,5 Millionen Euro. Nicht zu vergessen die Prozesskosten, die noch auf den Halbleiterkonzern zugekommen wären.

Trotzdem bedeutet die Einigung eine Niederlage für Infineon. Nicht nur, dass dem Konzern durch angebliches Sportsponsoring ein Millionenschaden entstanden sein soll. Infineon muss sich mit der Einigung auch den Abschluss eines langwierigen Rechtsstreits erkaufen, der dem Konzern geschadet hat. Und nicht zuletzt ist Schumacher, als er noch im Amt war, offenbar nicht gerade fair mit dem Personal umgegangen. Dass Normalverdiener für solche hohen Abfindungs- und Pensionszahlungen, wie sie bis heute in Dax-Konzernen gezahlt werden, kein Verständnis haben, ist kein Wunder.

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