Automobilzulieferer

Schaeffler schaltet um auf Kurzarbeit

Die Lage bei Schaeffler spitzt sich zu: Der Automobilzulieferer will Tausende Beschäftigte in die Kurzarbeit schicken. Die Chancen für staatliche Hilfen schwinden.

Herzogenaurach. Beim angeschlagenen Autozulieferer Schaeffler wird für Tausende von Beschäftigten in wenigen Tagen Kurzarbeit eingeführt. "An der überwiegenden Zahl der Standorte werden wir Kurzarbeit haben", sagte Unternehmenssprecher Detlef Sieverdingbeck.

Über Umfang, Dauer und die betroffenen Standorte sollen die Mitarbeiter in Betriebsversammlungen am Dienstag informiert werden. Zuvor wolle das Unternehmen öffentlich keine Einzelheiten nennen, sagte Sieverdingbeck.

Die Hoffnung des Automobilzulieferers auf Staatshilfe schwindet: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht den Bund bei der Rettung des angeschlagenen Autozulieferers Schaeffler vorerst nicht in der Pflicht. "Wir werden nicht die Zeche für riskante Unternehmensentscheidungen zahlen", sagte sie in Berlin. Bisher sei kein ausreichendes Unternehmenskonzept vorgelegt worden.

Die Sanierung sei zunächst Sache der Banken, später vielleicht auch der Länder. Erst dann könne es sein, dass die Länder den Bund um Hilfe bäten. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) schloss staatliche Hilfen zwar nicht aus, warf den Banken aber schwere Fehler bei der Conti-Übernahme durch Schaeffler vor.

Schaeffler war durch den auf Pump finanzierten Einstieg bei seinem Konkurrenten Continental in Schieflage geraten. Das fränkische Familienunternehmen will sich nun mit Staatshilfe sanieren, Insider beziffern den Kapitalbedarf auf fünf Milliarden Euro.

Die SPD schloss Bundeshilfen aus. "Wir sind strikt gegen weitere Staatshilfe für Unternehmen, die selbstverschuldete Kreditschwierigkeiten haben", sagte SPD-Fraktionschef Peter Struck der Hannoveranischen Neuen Presse. Würde die Regierung in einem Fall nachgeben, könnte sie anderen die gleiche Hilfe nicht verweigern. (rtr)

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