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Schaeffler ist voll auf Conti abgefahren.
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Schaeffler ist voll auf Conti abgefahren.

Übernahme

Schaeffler bei Conti am Ziel

Es ist geschafft: Der Wälzlagerhersteller Schaeffler kann bei Continental einsteigen - und hat dafür seine Offerte aufgestockt. Geschätzte Übernahmekosten: 4,5 Milliarden Euro.

Von CHRISTINE SKOWRONOWSKI

Es ist geschafft: Der Wälzlagerhersteller Schaeffler kann beim Automobilzulieferer Continental zunächst 49,9 Prozent der Anteile erwerben. Und das zu einem Schnäppchenpreis, wie Beobachter meinen. Zumal Schaeffler die Firma VDO unter dem Dach von Conti mitgeliefert bekommt.

Geschätzt wird, dass die Gruppe für die Conti-Anteile knapp 4,5 Milliarden Euro zahlen muss. Denn den Zugriff auf 36 Prozent der Anteile hat sie sich bereits über Swap-Geschäfte zu einem Zeitpunkt gesichert, als die Aktie um die 46 Euro notierte. Für die restlichen knapp 14 Prozent müssen sie nun zwar 75 und nicht die bislang offerierten 70,12 Euro zahlen, aber das dürfte einfach zu schultern sein.

Conti stellt als Erfolg der Verhandlungen heraus, dass Schaeffler zugesagt habe, sich vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung von 49,9 Prozent zu beschränken. Allein schon mit einem so dicken Aktienpaket ist der Einfluss erheblich. Zum Vergleich: Der David Porsche hält knapp 31 Prozent an Volkswagen und redet dem größten Autobauer Europas schon jetzt kräftig ins Geschäft rein. Und Schaeffler dürfte mit der angeblichen Minderheit de facto die Mehrheit haben. Denn die restlichen Anteile sind in Streubesitz. Und Kleinaktionäre sind eher schlecht auf Hauptversammlungen vertreten.

Dass Manfred Wennemer den Posten als Conti-Chef räumt, war absehbar, da er sich immer wieder gegen Schaeffler gesperrt hatte. Zudem war er schlecht beraten, Schaeffler rechtswidriges Verhalten beim "Heranschleichen" vorzuwerfen. Gestern betonte die Finanzaufsicht Bafin, keine Verletzung der Meldepflicht bei dem Übernahmeverfahren über Swap-Geschäfte festgestellt zu haben. Selbst, wenn es anders gewesen wäre, hätte Schaeffler nur eine Geldbuße von maximal 200 000 Euro zahlen müssen, den Zugriff auf die Anteile aber behalten.

Gespannt wird in der Branche beobachtet, ob Hubertus von Grünberg an der Spitze des Conti-Aufsichtsrates bleibt. Denn dies könnte als Beleg dafür gesehen werden, dass er die ganze Transaktion hinter den Kulissen mit eingefädelt hat. Dass Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) von Conti "als Garant für die Wahrung der Interessen aller Stakeholder" verpflichtet wird, löste eher allgemeines Kopfschütteln aus.

Garantie für Standorte und Jobs

Schaeffler verpflichtet sich auch, Conti-Standorte und Arbeitsplätze bis mindestens 2014 zu erhalten und die Unternehmensstrategie fortzuführen - was letztlich bedeutet, das Reifengeschäft zu behalten. Conti bleibt an der Börse, tarifvertragliche Vereinbarungen werden nicht angetastet, ebenso nicht die paritätische Mitbestimmung. Darüber hinaus zahlt das Unternehmen 522 Millionen Euro als Ausgleich für steuerliche Nachteile, die durch den neuen Großaktionär entstehen.

"Wir haben von Anfang an auf eine konstruktive Einigung im Interesse beider Unternehmen, ihrer Mitarbeiter, Kunden und Anteilseigner gesetzt", betonte Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger. Damit würden die Voraussetzungen geschaffen, zwei Technologieführer miteinander zu kombinieren, die innovative Lösungen für künftige Herausforderungen der Automobilindustrie liefern könnten.

Schaeffler sicherte außerdem zu, bei einem eventuellen Verkauf von Conti-Aktien Garant Schröder ein Wörtchen mitreden zu lassen. Kommentar aus der Branche: "Schröder ist nicht der richtige Mann, er ist nicht glaubwürdig", sagte der Leiter der Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft, Wolfgang Meinig, der dpa.

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