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Eine Photovoltaik-Anlage unweit der saudischen Hauptstadt Riad. aFP
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Eine Photovoltaik-Anlage unweit der saudischen Hauptstadt Riad. aFP

Klimaschutz

Ambitionierte Klimapläne: Saudis zapfen Sonne an

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Das Erdöl-Land steigt verschärft in die Solarenergie ein. Bis 2030 strebt Saudi Arabien einen Anteil von 50 Prozent erneuerbare Energien an.

Saudi-Arabien gehört mit den USA und Russland zu den drei größten Erdölproduzenten weltweit und hat sich jahrzehntelang als Chefbremser bei den internationalen Klimaverhandlungen betätigt. Doch auch dort beginnt der Umbau der Energieversorgung. Jüngst wurde der erste große Solarpark eingeweiht, zudem der Vertrag für ein Mega-Solarkraftwerk abgeschlossen. Das passt zu den unlängst verkündeten Klimaplänen: Bis 2030 strebt Saudi Arabien 50 Prozent erneuerbare Energien an und will in den nächsten Jahrzehnten zehn Milliarden Bäume pflanzen.

Das saudische Unternehmen ACWA Power, Betreiber von Stromerzeugungs- und Wasserentsalzungsanlagen, hat die offizielle Einweihung des Solarkraftwerks „Sakaka PV“ mit 300 Megawatt (MW) Spitzenleistung bekannt gegeben. Es handelt sich um das erste Ökoenergie-Projekt in Saudi-Arabien, das spürbar zur Stromversorgung beiträgt. Investitionskosten: umgerechnet 290 Millionen Euro.

Klimapläne von Saudi Arabien: 50 Prozent erneuerbare Energien bis 2030

Sakaka PV ist das Pilotprojekt für weitere Anlagen gemäß dem „Nationalen Erneuerbare-Energien-Programm“ (NREP), das die Saudis aufgelegt haben. Langfristig soll die Kapazität laut Energieministerium auf 58 700 MW ansteigen. Nächster großer Schritt ist das Kraftwerk „Sudair“ mit 1500 MW, das 150 Kilometer von Riad gebaut werden. Es soll 2022 fertiggestellt werden und Strom für den rekordverdächtig niedrigen Preis von umgerechnet 1,03 Eurocent pro Kilowattstunde produzieren. Damit unterbietet Sudair sogar das noch größere Solarkraftwerk, das die Vereinigten Arabischen Emirate (VAR) derzeit bereits bauen, es wird im Endausbau 2000 MW Leistung haben, Stromkosten hier: 1,15 Cent.

Wie ambitioniert Riads Pläne für die Ökoenergien sind, kann man daran sehen, dass ihr Anteil am Endenergieverbrauch noch unter ein Prozent liegt, laut der internationalen Energieagentur (IEA) waren es 2017 nur 0,02 Prozent. Kronprinz Mohammed bin Salman sagte bei der Vorstellung der Ausbauziele, das Königreich habe eine Mitverantwortung, den Kampf gegen die Klimakrise voranzutreiben. Im eigenen Land hätten sich die Wüstenbildung, die Staubstürme und die Luftverschmutzung erhöht, was der saudischen Wirtschaft und der Gesundheit der Menschen schade. „Klimamaßnahmen werden die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, Innovationen auslösen und Millionen von hochwertigen Arbeitsplätzen schaffen“, sagte er laut der saudischen Presseagentur.

Klimaschutz in Saudi-Arabien: Zehn Milliarden Bäume?

Tanzeed Alam, ein in den VAR ansässiger Klimaexperte, nannte Saudi-Arabiens Erneuerbare-Ambitionen „riesig“. Wenn so etwas von einem der größten Ölproduzenten komme, „ist das eine ziemlich mutige Aussage“, sagte er dem britischen Infodienst „Climate Home“. In einigen Bergregionen des Landes gebe es Windkraft-Potenzial, der Löwenanteil des Ökostroms werde jedoch aus Solarenergie in der Wüste kommen. „Die Größe der Projekte und die Kraft der Sonne machen Solarstrom in Saudi-Arabien billiger als anderswo, sagte er. Nötig seien aber auch große Investitionen in die Energiespeicherung.

Unklar ist unterdessen, wie realistisch der Plan ist, in Saudi-Arabien zehn und im gesamten Nahen Osten 50 Milliarden Bäume zu pflanzen. Das Land ist immerhin das dritttrockenste weltweit, und derzeit sind nur etwa 0,5 Prozent seiner Fläche bewaldet. Überhaupt beschränkt sich der Baumbestand im Nahen Osten im Wesentlichen auf die Mittelmeerküste. Experten halten eine Begrünung für denkbar, wenn angepasste Baumarten gewählt werden, etwa der Ghaf-Baum, der immergrüne Nationalbaum der VAR, der wenig Wasser braucht, lange lebt und die Biodiversität unterstützt.

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