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Die 30-jährige Sonika Manandhar ist Gründerin der Plattform.

„Green Energy Mobility“

Sauber durch Kathmandu

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In Nepal steuern Frauen private Elektro-Minibusse. Die Plattform „Green Energy Mobility“ erleichtert ihnen jetzt die Finanzierung.

Dicht bebaute Straßenzüge. Schrille Leuchtreklame neben hinduistischen Tempeln. Autos, Mofas und Rikschas, die sich auf dem Asphalt drängen. Diese Beschreibung passt auf viele Städte - und ganz besonders auch auf Kathmandu. Die Hauptstadt Nepals ist auch Zentrum des Verkehrs. Staus und Luftverschmutzung prägen das Stadtbild. Und das, obwohl das Land Vorreiter für einen klimaschonenden öffentlichen Nahverkehr ist: Schon seit 1975 gibt es in dem südasiatischen Land elektrische Minibusse, die traditionell von Frauen gefahren werden.

Ein Hindernis dabei ist jedoch die patriarchalische Prägung des Landes. Frauen erhalten von Banken selten Kredite und sind bei der Beschaffung oder Unterhaltung der Minibusse immer noch auf ihre Ehemänner angewiesen.

Sonika Manandhar hat dafür eine Lösung gefunden: Die Nepalesin gründete die Plattform „Green Energy Mobility“, auf der weibliche Passagiere und Fahrerinnen zusammenkommen. Da die anderen öffentlichen Verkehrsmittel den Betrieb in der Regel gegen 20 Uhr einstellen, haben Passagiere abends nur die Möglichkeit, eigene Verkehrsmittel zu nutzen – und das ist schlecht für die Umwelt.

Durch Manandhars Erfindung erreichen Gäste sicher ihr Ziel und Fahrerinnen profitieren von der finanziellen Unabhängigkeit. Denn über die Plattform erhalten Fahrerinnen auch die Möglichkeit, Mikrofinanzierungen für etwaige Reparaturen an ihren elektrischen Minibussen zu erhalten.

Durch die Gründung der Plattform leistet Manandhar einen Beitrag zum Umweltschutz. Gleichzeitig werden die Fahrerinnen zu einem eigenständigen Leben befähigt. „Wir sehen Hoffnung in den Augen der Fahrerinnen“, sagte die 30-Jährige.

Bisher ist das System nur in Nepals Hauptstadt verfügbar. In naher Zukunft möchte die Softwareentwicklerin aber auch andere Städte erreichen. „Ich möchte das Projekt groß machen und etwas bewirken.“

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) hat die Nepalesin zum UN Youth Champion of the Earth ausgezeichnet. Die Ehrung fand im September bei der jährlichen UN-Generalversammlung in New York statt. Bereits zum dritten Mal honorierte das Unep junge Menschen zwischen 18 und 30 für innovative Ideen zur Bewältigung der globalen Klimakrise.

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