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Dietmar Schmidt, Jürgen Born, Lionel Born, Riazuddin Kawsar und Laura Stephan (von links) wollen mit Solorrow die Landwirtschaft digitalisieren.

Hessischer Gründerpreis

Satellitengestützte Landwirtschaft

Kreative Ideen, mutige Entscheidungen, soziale Wirkung: Der Hessische Gründerpreis zeichnet besondere Gründerinnen und Gründer aus. Die Frankfurter Rundschau stellt als Medienpartner die Finalisten vor. Diesmal: Solorrow.

Dietmar Schmidt, Jürgen Born, Lionel Born, Riazuddin Kawsar und Laura Stephan (von links) wollen mir Solorrow die Landwirtschaft digitalisieren.

Wer braucht Sie?

Jeder Landwirt muss seine Feldbewirtschaftung darauf ausrichten, dass die Versorgung möglichst genau auf die natürlichen Gegebenheiten und Pflanzenbedürfnisse abgestimmt ist. Unsere App schickt die Daten auf das Handy der Landwirte, die sie an den Traktor übermitteln können. Durch den Einsatz unserer App wird das Erntepotenzial gesteigert, die Einsatzkosten optimiert und der Einfluss auf die Umwelt reduziert.

Warum haben Sie gegründet?

Die Idee zu Solorrow kam im Laufe vieler Projekte im Bereich des satellitengestützten Precision Farming. Die Dringlichkeit des Umweltschutzes und damit verbundene gesetzliche Vorgaben haben uns auf die Idee gebracht, dass Landwirte eine ganz einfache Lösung dafür brauchen, wie sie Dünger auf dem Feld effizienter verteilen können um auf der einen Seite die Umwelteinflüsse zu minimieren und auf der anderen Seite die Pflanzen optimal zu versorgen. Die zündende Idee war, sie in eine App zu packen, die jeder versteht und die kompatibel mit allen Landmaschinen ist.

Wer hat in Sie investiert?

Finanziert wird Solorrow aktuell durch Inkubationsprogramme der European Space Agency (ESA) und durch das Copernicus Programm der Europäischen Kommission.

Was war die größte Hürde?

Eine Herausforderung in der Anfangsphase ist natürlich die Finanzierung. Zusätzlich sind Landwirte sehr konservativ bei der Adaption von digitalen Tools. Das erfordert eine gute Strategie für die Kundengewinnung, damit die bezahlte Version der App auch von vielen Landwirten genutzt wird.

Wo brennt es im Betrieb?

Nächstes Jahr möchten wir unser Team ausbauen, um vor allem durch Vertrieb und Kundenservice Landwirte noch gezielter zu erreichen und sie bei der erfolgreichen Nutzung unserer App zu unterstützen. Wir stehen auch vor der Herausforderung, das Precision Farming (variable Ausbringung von Dünger und anderen Betriebsmitteln, je nach Bedarf in unterschiedlichen Zonen) Teil der gängigen landwirtschaftlichen Praxis werden muss. Dieser Prozess wird nur sehr langsam voran gehen.

Was ist der große Traum?

Die am einfachsten anzuwendende App auf dem Precision Farming Markt zu werden und somit Landwirte weltweit dabei zu unterstützen, effizienter und nachhaltiger mit Ressourcen umzugehen.

Felder mit wenigen Klicks analysieren -das klingt stark nach Farmville, oder?

Auch wenn die reine Anwendung unserer App für Landwirte ein Kinderspiel ist, kann mit Solorrow im Gegensatz zu „Farmville“ die Bewirtschaftung von realen Feldern optimiert und somit reale Gewinne erwirtschaftet werden. Die Änderung der landwirtschaftlichen Praxis nehmen Landwirte nicht auf die leichte Schulter – daran hängt ihre Profitabilität und Existenz.

DAS SAGT DIE JURY:

Präzise und nachhaltige Feldbewirtschaftung mittels satellitengestützter App hat das Potenzial, den Einsatz von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln zu verringern und die Ernte zu erhöhen – das schont Umwelt und Klima und hilft bei der Sicherung der Ernährung einer wachsenden Bevölkerung.

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