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Sanofi ist gemessen an Umsatz und Personal einer der größten Pharmakonzerne der Welt.

Umbauarbeiten

Sanofi kämpft sich voran

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Der Pharmakonzern beendet 2018 mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang.

Der französische Pharmakonzern Sanofi hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich. Sowohl Umsatz als auch Gewinn gingen 2018 zurück, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Vorstandschef Olivier Brandicourt verbreitete jedoch Zuversicht mit Blick auf das neue Jahr.

Der Gewinn des Pharmaunternehmens, das am Standort Frankfurt seinen Bestseller, das Insulinmittel Lantus, produziert, fiel um 1,8 Prozent auf 6,82 Milliarden Euro, der Umsatz ging um 1,7 Prozent auf 34,46 Milliarden Euro zurück. Dabei machten dem Unternehmen ungünstige Wechselkurseffekte zu schaffen, die dafür sorgten, dass Einnahmen in Fremdwährungen in Euro weniger wert waren. In den USA sinken zudem die Arzneimittelpreise, auch das belastet die Geschäfte der Franzosen.

Außerdem wirkt sich weiterhin das Ende des Patentschutzes für Lantus aus. Mit dem Kassenschlager hatte das Unternehmen 2014 noch 6,3 Milliarden Euro erlöst, inzwischen sind es nur noch 3,6 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr gingen die Verkäufe des Insulinmittels um erneut fast 23 Prozent zurück. Das Nachfolgeprodukt Toujeo kann das nicht kompensieren. Es wuchs mit 2,9 Prozent nur gering und füllt mit einem Umsatz von 840 Millionen Euro nicht annähernd die Lücke, die der erfolgreiche Vorgänger reißt. Trotz des Umsatzverfalls bleibt Lantus das erfolgreichste Präparat des Unternehmens, was vor allem zeigt, dass es den Franzosen in den drei Jahren seit dem Patentablauf nicht gelungen ist, vergleichbar erfolgreiche Präparate am Markt zu platzieren.

Erfolgreich entwickelt sich allerdings das Geschäft von Sanofi Genzyme. Die Sparte ist spezialisiert auf die Entwicklung von Medikamenten in den Therapiefeldern Krebs, Multiple Sklerose, Bluterkrankheit, seltene Erkrankungen und Immunologie. Genzyme war von Sanofi 2011 für mehr als 20 Milliarden US-Dollar gekauft worden. Im vergangenen Jahr steigerte der Geschäftsbereich den Umsatz um fast ein Viertel auf 8,27 Milliarden Euro. Damit wird er mehr und mehr zum Zugpferd im Unternehmen.

Forschung wird aufgeräumt

Für Konzernchef Brandicourt gehen die Umbauarbeiten im Unternehmen gleichwohl weiter. Im Dezember wurde bekannt, dass er weltweit Stellen in Konzernfunktionen streichen will, um die Kosten zu senken. Die Abteilungen für Rechtsfragen, Finanzen, Personal und Einkauf sollen gestrafft werden. Es handelt sich um Bereiche mit standortübergreifenden Aufgaben. In Deutschland gibt es davon laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ 804 Stellen, davon könnten knapp 140 wegfallen.

Außerdem will Brandicourt die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen. Am Donnerstag teilte das Unternehmen mit, dass in der Forschung und Entwicklung kräftig aufgeräumt werden soll. 13 Entwicklungs- und 25 Forschungsprojekte sollen beendet werden. Beschleunigt vorantreiben will das Unternehmen insgesamt 17 Projekte, davon fallen fast die Hälfte in den Bereich der Krebsmedizin. Die Firmenleitung hofft, auf diese Weise im Zeitraum von 2019 bis 2022 insgesamt neun neue Medikamente bei den Zulassungsbehörden anmelden zu können. Außerdem sollen bei den Behörden Anträge zur Zulassung von Sanofi-Medikamenten für 25 zusätzliche Krankheitsbilder gestellt werden.

Nicht weiter steigen sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Die Konzernführung strebt an, sie bis 2021 bei etwa sechs Milliarden Euro jährlich stabil zu halten. Wachstum verspricht sich Brandicourt von der 11,6 Milliarden Dollar teuren Übernahme der US-Biotechfirma Bioverativ, die auf die Behandlung der Bluterkrankheit spezialisiert ist. Noch ist die Übernahme aber nicht in trockenen Tüchern.

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