Lederwaren

Die Sandale als Umsatzbringer

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Die Schuhproduktion hierzulande steigt, aber Industrie sorgt sich um Fabrikausfälle in China.

Trotz leichtem Wachstum bei Umsatz und Produktion herrscht in der Schuh- und Lederwarenbranche nur vorsichtiger Optimismus. Die Herausforderungen der Branche seien nicht neu, würden aber auch nicht einfacher, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie, Carl-August Seibel, am Dienstag in Frankfurt. Eine aktuelle Herausforderung: Der Fabrikstillstand in China infolge der Coronavirus-Epidemie. Da ein Großteil des Materials aus China stamme, werde auch die Produktion in anderen Fabriken weltweit gebremst, so Seibert. Die Branche rechne derzeit frühestens im März mit einer Wiederaufnahme der Produktion in China, was sich vor allem in der Herstellung der Herbst- und Winterkollektion niederschlagen werde.

Sollte sich der Ausfall noch länger hinziehen, werde es zwischen den Unternehmen ein „Hauen und Stechen um die Kapazitäten geben“, so Seibert im Blick auf die Beschaffung der Materialien.

Bei der Herstellung in Deutschland gibt es hingegen gute Neuigkeiten: Die Zahl der hierzulande gefertigten Schuhe stieg von 2017 auf 2018 um rund 13 Prozent auf rund 44,5 Millionen Paare an. Aus den Zahlen des Verbands geht hervor, dass vor allem die heimische Sandalenproduktion wächst. Bei anderen Schuhsegmenten und Lederwaren sinkt die in Deutschland hergestellte Menge hingegen.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz in der Schuhindustrie 2018 deutlich langsamer. Laut Bericht des Verbands kletterte der Erlös um 0,4 Prozent auf 3,04 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten stieg währenddessen mit rund drei Prozent weiter an. Dieser Trend scheint sich auch im ersten Quartal von 2019 noch fortzusetzen.

Auch die Lederwarenbranche konnte auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurückblicken. So stieg der Erlös der Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten um rund sieben Prozent auf 272 Millionen Euro. Und für die Taschenhersteller sei auch der Start ins neue Jahr recht positiv verlaufen, verkündete Georg Picard, Fachvorstand der Lederwarenindustrie und Geschäftsführer des gleichnamigen Taschenlabels. Die Produzenten könnten nach wie vor zufriedenstellende Auftragseingänge für die Herbst- und Wintersaison verbuchen. Die Zahl der tatsächlichen Lederwarenbetriebe ist 2018 allerdings um knapp vier Prozent gesunken. 44 Betriebe beschäftigten noch 2379 Mitarbeiter, 33 weniger als im Jahr zuvor.

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