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Samuelsson wird Volvo-Chef

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Von: Hannes Gamillscheg

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Ex-MAN-Chef Hakan Samuelsson übernimmt die Führung bei Volvo.
Ex-MAN-Chef Hakan Samuelsson übernimmt die Führung bei Volvo. © REUTERS

Überraschendes Comeback: Nach dem Rückzug von Stefan Jacoby übernimmt der frühere MAN-Spitzenmann Håkan Samuelsson die Leitung von Volvo in Göteborg. Samuelsson gilt sowohl in Schweden als auch in Deutschland als umstrittene Figur.

Bei MAN scheiterte er mit der feindlichen Übernahme des Konkurrenten Scania, dann griff er vergeblich nach der bankrotten Edelmarke Saab, jetzt feiert Håkan Samuelsson bei Schwedens dritter Fahrzeugmarke Volvo ein überraschendes Comeback. Der 61-Jährige löst den sieben Jahre jüngeren Deutschen Stefan Jacoby als Vorstandschef der Volvo Car Group ab, teilte der Autohersteller in Göteborg mit, der seit zwei Jahren zum chinesischen Geely-Konzern gehört.

Der 2010 von Volkswagen zu Volvo gewechselte Jacoby musste im September nach einem leichten Gehirnschlag eine Auszeit nehmen, rechnete aber damit, nach einem Monat zurückzukehren. Doch jetzt verlässt er „mit unmittelbarer Wirkung und in Einverständnis mit dem Aufsichtsrat“ seinen Posten. Der Rücktritt habe nichts mit Jacobys Gesundheitszustand zu tun, so Volvos Vizeaufsichtsratsvorsitzender Hans-Olov Olsson: „Wir brauchen einen neuen Chef, um das Unternehmen in eine neue Ära zu führen.“

Schwedische Medien hatten seit längerem über einen Machtkampf zwischen Olsson und Jacoby spekuliert. Schlechte Zahlen in der jüngsten Halbjahresbilanz veranlassten Volvo nun zu reagieren. Vor allem in Europa war der Absatz eingebrochen, auch das China-Geschäft läuft schlecht.

Dort will Samuelsson, der seit der Geely-Übernahme ebenfalls zum Volvo-Aufsichtsrat gehörte, nachhaken. „Bessere Verkaufszahlen in China, unserem neuen Heimatmarkt, sind mein wichtigstes Ziel“, lautete die Antrittserklärung des neuen Chefs. Zuletzt war der Volvo-Umsatz in China um fünf Prozent gesunken, während Konkurrenten wie Mercedes und Audi dort um 30 Prozent zulegten. In Europa verlor Volvo 17,4 Prozent. In der Fabrik im schwedischen Torslanda reduzierte man den Produktionstakt von 57 auf 50 Autos pro Stunde und schickte die Arbeiter eine Woche lang in bezahlten Urlaub.

Absatz soll bis 2020 verdoppelt werden

Nun erwartet Geelys Mehrheitseigner Li Shufu den Umschwung. Die Erfahrung und die Führungseigenschaften des neuen Konzernchefs sollen dazu verhelfen. Doch in seiner Heimat Schweden wie in Deutschland, wo er bisher wohnte, ist Samuelsson eine umstrittene Figur. Er begann seine Karriere beim Nutzfahrzeughersteller Scania, wo er bis zum Kronprinzen von Konzernchef Leif Östling aufstieg. Doch als er an diesem nicht vorbeikam, wechselte Samuelsson nach München zu MAN.

Bei MAN setzte er den Krieg gegen Östling fort und verlor erneut. Die feindliche Übernahme missglückte, VW-Aufsichtsrat Ferdinand Piëch, der als Großeigner bei MAN und Scania das Sagen hatte, setzte auf Östling statt auf dessen Konkurrenten. Als dann der Bestechungsskandal um die Zahlung von Geldern an afrikanische und asiatische Käufer aufflog, nahm Samuelsson seinen Hut, obwohl er versichert, davon nichts gewusst zu haben. Später gehörte er einem Konsortium an, das Saab von General Motors kaufen wollte – wieder vergebens.

Nun bekommt er bei Volvo eine weitere Chance. Bis 2020 soll der Absatz auf 800000 Autos verdoppelt werden. In China sind zwei neue Fabriken geplant. Doch noch sind ein Fünf-Milliarden-Euro-Kredit durch die chinesische Entwicklungsbank und die notwendigen Produktionslizenzen nicht unter Dach und Fach. Zudem fürchten Experten, dass das Image der Marke unter dem chinesischen Eigentümer leiden könnte. Volvo sieht sich als Premiummarke wie BMW oder Mercedes und will auch in diese Preisklasse spielen, doch immer weniger Kunden teilen diese Ansicht.

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