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Das neue Gerät gibt es in fast allen Farben.

Neues Smartphone

Samsungs Galaxy Note 10: günstiger als gedacht

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Die Südkoreaner haben Kamera und Akku verbessert, den Preis aber nicht gesteigert. Damit reagieren sie auf den weltweit schrumpfenden Markt für Smartphones.

Vielleicht geht die Premiere des Galaxy Note 10 als Wendepunkt in die Geschichte des Mobilfunks ein. Samsung hat das Nobel-Smartphone gerade in New York vorgestellt. Die Besonderheit: Wie üblich gibt es zwar einen weiteren Evolutionsschritt, am Preis wollen die Südkoreaner aber nicht drehen. Wegen harter Konkurrenz und einem Markt, der in diesem Jahr spürbar schrumpfen wird.

Das Galaxy Note 10 soll nun auf der Vorderseite eine Zehn-Megapixel-Apparatur für Selfies haben, die aus dem Korpus herausgeschoben werden kann. Neu ist bei den Kameramodulen auf der Rückseite, dass es neben einer Zwölf-Megapixel-Linse künftig auch ein Weitwinkelobjektiv geben soll. Zudem wird ein neuer Sensor eingesetzt, um mit Schärfe und Unschärfe in Vordergrund und Hintergrund spielen zu können. Um Nutzern möglichst lange Spaß an ihren Foto- und Filmarbeiten zu bieten, werden zudem starke Akkus verbaut.

Das Preisniveau wird indes im Vergleich zum Vorgängermodell gehalten. Los geht es bei rund 950 Euro. Die teuerste Version soll mit knapp 1200 Euro von Ende August an weltweit offeriert werden – dabei handelt es sich um die Variante, die schon mit der neuen 5G-Funktechnik arbeitet, die es hierzulande erst in ein paar Jahren geben wird.

Ungewöhnlich ist auch, dass zumindest beim Basismodell der Immer-größer-Trend gebrochen wird. Mit 6,3 Zoll (16 Zentimeter) ist die Bildschirmdiagonale – wenn auch nur geringfügig – kleiner als beim Vorgänger. Dafür wird beim Schwestermodell Note 10+ mit 6,8 Zoll geklotzt.

Das Note 10 ist enorm wichtig für die Koreaner. Die Highend-Handys sind die maßgeblichen Gewinnbringer in Samsungs Smartphonesparte. Doch das Galaxy S10, das andere Premiummodell, verkauft sich nur schleppend. Samsung hat das in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen. Marktanteile gingen verloren, obwohl Einstiegs- und Mittelklassegeräte in vielen Märkten sogar noch zulegten.

Unter dem Strich sanken die Smartphone-Verkäufe im ersten Quartal aber weltweit um fast neun Prozent auf 71,6 Millionen-Geräte. Fehlende Innovationen und hohe Preise hätten bei den Flaggschiff-Geräten vieler Hersteller die Wiederbeschaffungszyklen verlängert, schreiben die Experten des Marktforschungsunternehmens Gartner in einer aktuellen Analyse.

Noch heftiger traf es Apple. Der iPhone-Konzern musste im ersten Quartal Absatz-Einbußen von etwa 18 Prozent hinnehmen. Das Minus wäre noch höher ausgefallen, wenn es nicht massive Preissenkungen gegeben hätte.

Der chinesischen Tech-Gigant Huawei konnte hingegen kräftig zulegen. In Europa kletterte der Absatz um zwei Drittel, im Heimatland um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. In der Volksrepublik ist das Unternehmen mit einem Marktanteil um die 30 Prozent Nummer eins. Doch Sanktionen der Trump-Regierung, US-Firmen dürfen Huawei nur noch beschränkt mit Komponenten und Software beliefern, haben die Expansion im Ausland deutlich gebremst.

Das hat auch den gesamten Weltmarkt beeinflusst. Nach vielen Jahren eines stetigen Wachstums gehen die Marktforscher von Gartner für das gesamte Jahr nun von einem Schrumpfen des globalen Smartphone-Absatzes um 2,5 Prozent aus. Zudem sei zu erkennen, wie Smartphones zunehmend für die Nutzer zu etwas Gewöhnlichem würden, das man deshalb auch länger als früher nutze. Und für Gewöhnliches ist der Kunde nicht bereit, exorbitant viel Geld auszugeben.

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