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Chinas Staatschef Xi und US-Präsident Trump lassen verhandeln.

Strafzölle

Ringen im Handelsstreit

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Unterhändler der USA und Chinas beraten über eine Lösung.

Hochrangige Delegationen suchen einen Weg, um Strafzölle aufzuheben, mit denen China und die USA sich gegenseitig bekämpfen. Wir erläutern, was dabei die entscheidenden Punkte sind.

Wer verhandelt mit wem?

Für Montag und Dienstag sind Verhandlungen in Peking geplant, die auf der US-Seite vom Vizehandelsbeauftragten Jeffrey Gerrish geführt werden. Dass die chinesische Regierung den Gesprächen hohe Bedeutung zumisst, ist nach Ansicht von Beobachtern daran zu erkennen, dass Vizepremier Liu He die amerikanische Delegation empfangen hat. Liu gilt als wichtigster Wirtschaftsberater von Präsident Xi Jinping.

Wie groß sind die Chancen auf eine Einigung?

US-Präsident Donald Trump hat getwittert, dass eine umfängliche Einigung schnell erreicht werden könne. Chinas Wirtschaftswachstum sei wegen des Handelskrieges deutlich geringer ausgefallen als erwartet. Trump will damit suggerieren, dass die kommunistische Regierung zu weitreichenden Zugeständnissen bereit ist. Richtig ist, dass insgesamt die Konjunktur in der Volksrepublik lahmt. Die Regierung versucht, unter anderem mit enormen Investitionen in die Infrastruktur und mit Steuererleichterungen dagegenzuhalten.

Gibt es bereits Signale für ein Einlenken?

Ganz wichtig war, dass China mit dem Beginn des neuen Jahres die Einfuhrzölle auf Autos aus den USA wieder auf 15 Prozent reduziert hat – zuvor waren es 40 Prozent. Darunter hatten nicht nur Tesla oder General Motors gelitten, sondern auch Daimler und BMW. Sechs der zehn in China am meisten verkauften Import-Modelle aus den USA werden von den beiden deutschen Autobauern gefertigt. Außerdem hat China den Importstopp für Sojabohnen wieder aufgehoben. Das ist besonders wichtig für Trump, denn Bauern gehören zu seinen wichtigsten Wählern.

Wie werden die weiteren Verhandlungen laufen?

Xi und Trump hatten Anfang Dezember beim G 20-Treffen in Buenos Aires eine Art Waffenstillstand für 90 Tage vereinbart. Die Frist läuft also Anfang März aus. Wird bis dahin keine Einigung erzielt, will der US-Präsident Einfuhrzölle für alle möglichen chinesischen Waren in einem Wert von jährlich 200 Milliarden Dollar merklich erhöhen. Nämlich von zehn auf 25 Prozent. Das dürfte die chinesische Volkswirtschaft heftig treffen. Der nächste wichtige Schritt dürfte sein, wenn Liu He sich demnächst mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lightizer zusammensetzt. Laut Medienberichten könnte es beim Weltwirtschaftsforum in Davos (22. bis 25. Januar) ein weiteres Treffen von Trump mit Xi geben.

Wo liegen die entscheidenden Punkte für die USA?

Die US-Seite will einerseits Absatzmärkte absichern. Ein zentraler Punkt sind dabei neben Sojabohnen Exporte anderer Produkte wie Mais, Baumwolle oder Schweinefleisch. Außerdem will Trump Geschäfte in der Energiebranche einfädeln. So soll China die Einfuhr von verflüssigtem US-Erdgas massiv forcieren. Überdies soll der Zugang von US-Banken auf den chinesischen Kapitalmarkt erleichtert werden.

Wie sieht es mit der Hightech-Branche aus?

Das dürfte der schwierigste Part der Verhandlungen werden. Denn Trump will das Streben Chinas nach einer globalen Führerschaft bei allem, was mit Hochtechnologie zu tun hat, eindämmen. Deshalb strebt die US-Seite unter anderem an, dass heimische Konzerne bei Kooperationen mit chinesischen Unternehmen nicht mehr zum Technologietransfer gezwungen werden. Auch verlangen die Amerikaner, dass die Regierung in Peking den Diebstahl geistigen Eigentums konsequent verfolgt und staatliche Subventionen für Computer- und Telekomfirmen wie Huawei einstellt.

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