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Ihr früheres Unternehmen bringt die Spitzenmanager Ricke und Zumwinkel zunehmend in Bedrängnis.

Telekom

Ricke und Zumwinkel drohen Zivilklagen

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Die Telekom macht in der Spitzelaffäre Ernst. Vorstand und Aufsichtsrat haben beantragt, die Entlastung von Zumwinkel für das Geschäftsjahr 2008 zu vertagen. Spitzenmanager sollen Schadenersatz zahlen. Von Frank-Thomas Wenzel

Bonn. Die Telekom will Geld sehen. Kai-Uwe Ricke, früherer Vorstandschef, und Klaus Zumwinkel, Ex-Aufsichtsratschef, sollen jeweils rund eine Million Euro Schadenersatz an den Bonner Konzern zahlen. Sollten die beiden ehemaligen Topleute nicht zahlen, droht das Unternehmen mit einer Zivilklage.

Der neue Datenschutzvorstand Manfred Balz erläuterte auf der Hauptversammlung in Köln, nach den Informationen der Telekom haben Ricke und Zumwinkel einen Mitarbeiter der Konzernsicherheit direkt beauftragt, in der Spitzelaffäre Nachforschungen anzustellen.

Dies bedeute unter anderem ein Verstoß gegen das Aktienrecht. Denn der damalige Personalvorstand Heinz Klinkhammer sei dabei übergangen worden - auch der Konzernchef muss sich an die Aufgabenverteilung im Vorstand halten. Zudem sei Zumwinkel als Aufsichtsratschef nicht berechtigt gewesen, Beschäftigten der Telekom Weisungen zu geben. Durch die Übergriffe sei eine Kontrolle der Vorgänge vereitelt worden.

Die Höhe des Schadenersatzes ergibt sich aus den Kosten, die der Telekom durch die interne Untersuchung der Affäre entstanden sind. Hinzu kommt eine Rechnung an eine Berliner Detektei, die in den Spitzelskandal verwickelt war.

In den Jahren 2005 und 2006 wurden etwa 60 Leute ausgespäht - Aufsichtsräte, Betriebsräte, Journalisten und eigene Vorstände.

Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ricke und Zumwinkel. Die zivilrechtlichen Forderungen seien unabhängig von strafrechtlichen Belangen, so Balz.

Vorstand und Aufsichtsrat haben für die Hauptversammlung beantragt, die Entlastung von Zumwinkel für das Geschäftsjahr 2008 zu vertagen. Zumwinkel war bis Ende Februar 2008 Aufsichtsratsvorsitzender.

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