Börse heute

Rettungspakete und kein Ende

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Staatsgarantien würden den Firmen helfen, Darlehen zu auskömmlichen Konditionen zu erhalten. Bleibt die Frage, wie ein solcher Schirm finanziert werden soll. Von Stefan Wolff

Rettungspakete und kein Ende. Angeblich erwägt der Bund nun auch einen Rettungsschirm für Firmen und nicht nur für Banken. 100 Milliarden Euro will sich Regierung dieses Paket kosten lassen, berichtet die Financial Times Deutschland.

Man wolle verhindern, dass den Unternehmen das Geld ausgeht. Wegen der anhaltenden Schwierigkeiten in den Banken befürchten Beobachter eine Kreditklemme, die vor allem den Mittelstand hart treffen würde. Staatsgarantien würden den Firmen helfen, Darlehen zu auskömmlichen Konditionen zu erhalten.

Bleibt die Frage, wie ein solcher Schirm finanziert werden soll.

Fragen wie diese werden auf dem Parkett der Börse natürlich auch diskutiert. Und während man trotz steigender Kurse an der Tokioter Börse mit einem verhaltenen Aktienhandel hierzulande rechnet, werden die Folgen der Krise für die Wirtschaft abgewogen.

Der US-Aluminiumkonzern Alcoa wird weltweit 13.500 Jobs streichen, davon auch eine vom Konzern nicht bezifferte Anzahl in Deutschland und anderen europäischen Staaten.

Das ist ein Vorgeschmack auf die Wende am Arbeitsmarkt, sagen Börsenexperten. Die heute veröffentlichten Dezember-Zahlen sollen das Ende des Job-Booms in Deutschland markieren. Beobachter rechnen mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um 70.000 bis 100.000 Menschen.

Wenn die wirtschaftliche Talfahrt weitergeht, dürfte die Zahl noch weiter steigen, denn noch federn die Unternehmen ihre Engpässe mit Kurzarbeit, Überstundenabbau und verlängerten Werksferien ab.

Da kommt der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine zur Unzeit. In einigen Staaten in Mittel- und Osteuropa wurde die Industrie gedrosselt. Derweil warnen Vertreter von Eon Ruhrgas, dass es auch hierzulande zu Engpässen kommen könnte. Diese Gefahr sieht Bundeswirtschaftsminister Glos allerdings nicht, während Russland der Ukraine den Gashahn komplett abgedreht hat.

Unternehmensnachtrichten bleiben dieser Tage Mangelware. Der Billigflieger Air Berlin hat im Dezember die Zahl der beförderten Passagiere um ein Prozent steigern können. Die Kapazitätsauslastung ist gestiegen.

Abseits der menschlichen Tragödie um den Freitod des Unternehmers Adolf Merckle ruht das Augenmerk der Börse auf dem Baustoffhersteller Heidel-Cement. Der Konzern gehört zum Merckle Imperium und kämpft mit der schwachen Baukonjunktur.

Am Dienstag verloren Heidel-Cement-Aktien sechs Prozent. Eine Sprecherin der Merckle-Holding versicherte, dass der angestoßene Sanierungsprozess weitergeführt werde. Das könnte für Beruhigung sorgen.

Hier der aktuelle Dax-Stand - die Tafel aus der Frankfurter Börse:

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