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Marianna Muntianu. 

Waldschutz

Retterin der russischen Urwälder

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Marianna Muntianu pflanzt Bäume in Russland und kämpft so für den Erhalt der Waldschutzgebiete.

Russland beherbergt 19 Prozent der weltweiten Waldschutzgebiete. Die Wälder binden jährlich 300 bis 600 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid und reinigen die Luft, die Mensch und Tier zum Atmen brauchen. Doch den Wäldern geht es schlecht. Feuer, Borkenkäfer, Abholzung und Verschmutzung gefährden den Bestand. Flüsse versickern und Steppen entstehen, wo früher einmal Bäume wuchsen.

Marianna Muntianu setzt sich für den Erhalt der Waldschutzgebiete ein. „Die Schäden, die 2010 durch massive Waldbrände in meiner Kostroma-Region entstanden sind, haben mich dazu bewogen, in drei Jahren 300 000 Bäume zu pflanzen“, erzählt die Russin. Die 29-Jährige wollte mehr Menschen für ihr Wiederaufforstungsprojekt begeistern und rief deshalb die Webseite „Plant the Forest“ ins Leben, auf der die Besucherinnen und Besucher für das Pflanzen von Bäumen zahlen. Zwei Mal im Jahr, nämlich im Frühling und im Herbst, pflanzen nun Freiwillige die Bäume ein und sorgen dafür, dass die Käufer per E-Mail Fotos und Videos ihrer Setzlinge erhalten. Ein Baum kostet drei Dollar. Unterstützer können einzelne Bäume oder auch gleich eine ganze Fläche bepflanzen lassen.

Zusätzlich soll ein Online-Spiel auf den Rückgang der Wälder aufmerksam machen und die Nutzer für den Umweltschutz sensibilisieren. Mittlerweile hat das Projekt bereits knapp 500 000 Bäume in Russland gepflanzt. Muntianu möchte ein allgemeines Verständnis für die Bedeutung von Waldschutzgebieten vermitteln: „Menschen sollen die Verbindung zwischen ihrem eigenen Verhalten und den Effekt auf die Umwelt verstehen. Nur so wird die Welt zu einem besseren Ort.“

Die Russin ist eine von sieben Preisträgern, die von der UN für innovativen Ideen zur Bewältigung der globalen Klimakrise ausgezeichnet wurden. „Wir sind überzeugt, dass wir jetzt nicht mehr nur für unsere Stadt oder Region verantwortlich sind, sondern für den gesamten Planeten“, erklärte Muntianu.

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