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Die Ressourcen der Erde schwinden.
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Die Ressourcen der Erde schwinden.

Ökobilanz

Ressourcen schon aufgebraucht

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Die Bundesbürger leben ab sofort ökologisch auf Pump. Mit ihrem Öko-Fußabdruck liegen die Deutschen im obersten Viertel aller Länder.

Seit Freitag leben die Deutschen ökologisch auf Pump – ihr „Guthaben“ bei der Erde in diesem Jahr ist aufgebraucht. Rechnerisch hat die hiesige Bevölkerung die gesamte Menge an den erneuerbaren Ressourcen wie Wasser, Bauholz, Brennmaterial oder Getreide verbraucht, die ihr an Biokapazität zusteht. Das ergibt sich aus den Ökobilanz-Rechnungen, die der internationale Thinktank „Global Footprint Network“ anstellt. In einem die ökologischen Kosten korrekt bilanzierenden Wirtschaftssystem müsste Insolvenz angemeldet werden, zusätzliche Ressourcen müssten „geliehen“ werden – etwa von künftigen Generationen.

Der „ökologischen Fußabdruck“ ist ein Buchhaltungssystem für die natürlichen Ressourcen. Das Konzept wurde im Jahr 2003 von dem Schweizer Ingenieur und Umweltwissenschaftler Mathis Wackernagel entwickelt. Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenüber gestellt: einerseits die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der gesamte Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise brauchen.

Die Rechnung für Deutschland zeigt, dass der „Erdüberlastungstag“ hierzulande bereits am Freitag erreicht wurde. Würden alle Menschen leben und wirtschaften wie die Bundesbürger, wären 3,1 Planeten notwendig, um den Ressourcenbedarf zu decken. Die Deutschen liegen mit ihrem Öko-Fußabdruck im obersten Viertel aller Länder. Würde der Konsum- und Lebensstil der US-Bürger globalisiert, wären sogar 4,8 Erden nötig, bei dem der Chinesen zwei und beim indischen nur 0,7.

Die gesamte Weltbevölkerung bräuchte derzeit 1,6 Erden, um den globalen Bedarf an Rohstoffen, Ackerland, Wasser und Wäldern nachhaltig zu decken. Der weltweite Erdüberlastungstag wird für August erwartet.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch kommentierte: „Mit unserer Wirtschafts- und Lebensweise beuten wir die Erde auf Kosten künftiger Generationen und auf Kosten der Menschen im globalen Süden aus.“ Folgen seien die weltweite Übernutzung der Böden, schrumpfende Wälder, überfischte Meere, Artenschwund und der Klimawandel.

Das entwicklungspolitische Netzwerk „Inkota“ forderte durchgreifende Reformen in der Rohstoff-, Energie- und Handelspolitik und eine Wirtschaftspolitik, die nicht mehr nach Wachstum strebt, sondern dem übermäßigen Rohstoffverbrauch ein Ende setzt. Die Bundesregierung habe zwar eine effizientere Ressourcennutzung und die Verringerung des absoluten Materialverbrauchs als Ziele aufgestellt. Es klaffe aber eine „große Lücke zwischen Zielen und Handeln“.

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