Energiesparen

Reparieren lohnt sich

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Wer Energie sparen will, sollte seine alten Geräte ersetzen, heißt es oft. Doch das gilt nicht immer, wie eine Studie zeigt. Die Analyse.

Repair-Cafés boomen. Bundesweit gibt es inzwischen über 600 dieser Initiativen, bei denen man kleinere defekte Haushalts- und Elektronikgeräte wie Toaster oder Radios von versierten Handwerkern reparieren lassen kann – meist nur gegen Erstattung der Ersatzteil-Kosten und einer Spende. Viele Bürger ärgern sich darüber, dass die Geräte oft schnell ihren Geist aufgeben und es im Geschäft oder beim Hersteller meist heißt: „Reparatur lohnt sich nicht. Kaufen Sie doch ein neues Gerät.“ Tatsächlich lässt sich die Lebensdauer vieler dieser Produkte per Repair-Café dann doch deutlich verlängern – und der Energie- und Ressourcenverbrauch senken, weil keine Neuware produziert werden muss.

Bei größeren Haushaltsgeräten wie Kühlschrank oder Waschmaschine galt das früher nicht unbedingt. Das Postulat des Energiesparens lautete hier oft: „Kaufen Sie ein neues energiesparenderes Gerät, wenn das alte kaputt ist und schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.“ Tatsächlich war das bei Neugeräten, bei denen sich die Energieeffizienz binnen weniger Jahre schnell verbesserte, durchaus sinnvoll. Stromverbrauch und damit auch Umweltbelastung konnten so deutlich gesenkt werden. Inzwischen ist das anders, zeigt eine Untersuchung des Öko-Instituts Freiburg. Lange Nutzung und Reparieren machen heute in vielen Fällen Sinn.

Der Hauptgrund für die verbesserte Energieeffizienz bei Neugeräten ist vor allem die EU-Richtlinie zum „Ökodesign“ der Produkte, die den zulässigen Energieverbrauch senkte, und die Energielabel-Kennzeichnung, die sparsame Geräte leichter erkennbar macht. Zukünftig sind laut Einschätzung des Instituts keine großen Energieeffizienzsteigerungen zu erwarten.

Die Freiburger Experten raten daher: „Wer bereits heute ein energieeffizientes Gerät besitzt, sollte es so lang wie möglich nutzen, um die Umwelt zu entlasten.“ Und: Aus ökologischer Sicht lohne es mit wenigen Ausnahmen immer, defekte Haushaltsgeräte reparieren zu lassen. Ob das auch fürs Portemonnaie stimmt, hängt vom konkreten Gerät, der Höhe der Reparaturkosten und seinem Alter ab.

Um die Verbraucher bei dieser Entscheidung zu unterstützen, hat das Institut konkrete Empfehlungen für Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräte, Spülmaschinen, Wäschetrockner und Staubsauger zusammengestellt. Effiziente Waschmaschinen und Wärmepumpenwäschetrockner sollten danach in jedem Fall möglichst lang genutzt werden.

Bei Kühlschränken hingegen kommt es auf die Energieeffizienz-Klassen des alten und des neuen Modells an. So lohnt sich bei Geräten, die bis 2000 gekauft wurden oder Energieeffizienzklasse B oder schlechter aufweisen, sogar ein vorzeitiger Ersatz, wenn sie durch ein neues Gerät mit mindestens Energieeffizienzklasse A++ ersetzt werden.

Zurecht fordern die Öko-Experten von der Politik, dass sie bessere Rahmenbedingungen für Reparaturen schaffen, Mindestanforderungen an Haltbarkeit und Qualität von Produkten formulieren sowie Gewährleistung und Garantien verbessern muss. Aber auch der bewusste Kunde ist gefragt. Bei einem Neukauf sollten Verbraucher stets qualitativ hochwertige Produkte bevorzugen. Die Geräte hälten meist länger, zudem kommen sie den Nutzer unter dem Strich billiger. Und die Umwelt profitiert auch.

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