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Rentensteuer sinkt - Ein Jahrgang profitiert besonders

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Von: Andreas Apetz

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Rente
Durch die neue Rentenreform der Ampel sollen Ruheständler:innen deutlich entlastet werden. (Symbolfoto) © Michael Gstettenbauer / Imago Images

Die Ampel-Regierung möchte die Doppelbesteuerung der Rente verhindern. Ein Rentenjahrgang kann bis zu 23.000 Euro sparen.

Berlin – Die Preise in Deutschland sind so stark gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Egal ob steigende Spritpreise, wachsende Energiekosten oder Butter- und Speiseölpreise, die durch die Decke gehen: Der Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen sind in allen gesellschaftlichen Schichten spürbar. Rentner:innen trifft die Inflation besonders hart. Die Bundesregierung plant deshalb eine neue Rentenbesteuerung zur Entlastung der Ruheständler:innen.

Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs im Mai 2021 will die Ampel-Koalition die Beträge zur Rentenkasse und vor allem die späteren Rentenzahlungen steuerlich deutlich entlasten. Dabei geht es um die Problematik der Doppelbesteuerung. In einigen Fällen kommt es vor, dass Beschäftigte erst Steuern auf die Versicherungsbeiträge und anschließend auf die Rente entrichten müssen. Diese Zweifachbesteuerung soll in Zukunft verhindert werden. „Eine doppelte Rentenbesteuerung werden wir auch in Zukunft vermeiden“, heißt es im Koalitionsvertrag.

Rentenreform: Pläne der Ampel – Doppelbesteuerung soll verhindert werden

Um die Zweifachbesteuerung zu verhindern, haben SPD, Grüne und FDP eine Rentenreform geplant. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat die Eckpunkte zur Verhinderung der Doppelbesteuerung bereits festgelegt. Zum einen soll die Dauer für den Übergang weg von der Besteuerung der Beträge, hin zu einer Besteuerung der Bezüge, um 20 Jahre gestreckt werden. Demnach wird die Rente nicht im Jahr 2040, sondern erst 2060 zu 100 Prozent belastet.

Außerdem verspricht die Ampel eine weitere Steuererleichterung: Die Beträge, welche Arbeitnehmende an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen müssen, sollen zwei Jahre früher voll steuerlich absetzbar sein, also bereits im Jahr 2023 statt 2025.

Sinkende Rentensteuer: Welcher Jahrgang profitiert am meisten?

Eine Fall-Studie der Süddeutschen Zeitung legt dar, welche Auswirkungen die Rentenreform der Ampel-Koalition haben kann. Im Rechenbeispiel des Rentenexperten Werner Siepe zeigen sich die Steuervorteile der einzelnen Jahrgänge. Da die jährliche Steigerung der Besteuerung zwischen 2040 und 2060 noch nicht feststeht, hat Siepe eine geschätzte Steigerungsrate von 0,5 Prozent pro Jahr für seine Berechnungen genutzt.

JahrgangSteuervorteil bei DurchschnittseinkommenSteuervorteil bei Spitzeneinkommen
19601538 Euro2937 Euro
19654537 Euro8339 Euro
19708149 Euro15.210 Euro
197512.482 Euro23.522 Euro
19809952 Euro18.819 Euro
19856762 Euro12.727 Euro
19902800 Euro5259 Euro
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Der Steuervorteil entspricht dem Geld, das die versicherte Person ohne die vorgeschlagene Rentenänderung an den Staat abführen müsste. Den größten Profit ist dem Jahrgang 1975 gewährt: Eine Durchschnittsverdienst aus diesem Geburtsjahrgang liegt derzeit bei rund 3250 Euro brutto im Monat. Die mögliche Steuerentlastung liegt hier bei fast 12.500 Euro.

Bei einem Spitzeneinkommen, das über der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenbeiträge liegt (im Westen monatlich 7050 Euro, in Ostdeutschland monatlich 6700 Euro), entspricht der Steuervorteil sogar mehr als 23.500 Euro. (aa)

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