1. Startseite
  2. Wirtschaft

Rentenpunkte kaufen: Dieses Jahr zahlen besonders viele Deutsche freiwillig mehr

Erstellt:

Von: Lisa Mayerhofer

Kommentare

2022 sind freiwillige Sonderzahlungen in die gesetzliche Rente günstiger als 2023. Viele Menschen in Deutschland ergreifen noch die Chance und zahlen mehr Rentenbeiträge.

Berlin – Dieses Jahr ist es besonders günstig, mit Sonderzahlungen seine spätere Rente aufzustocken. Davon haben bisher auch zahlreiche Menschen in Deutschland Gebrauch gemacht. Die Einnahmen aus diesen freiwilligen Beiträgen überstieg von Januar bis Oktober die Schwelle von 600 Millionen Euro, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter Berufung auf die Deutsche Rentenversicherung berichtet.

Im Vorjahreszeitraum beliefen sich diese Einnahmen auf etwa 480 Millionen Euro und waren damit viel niedriger. Dabei sei die Summe damals laut FAZ als hoch eingeschätzt worden, da die Beträge die Jahre zuvor noch niedriger gewesen seien. Fünf Jahre zuvor belief sich die Summe auf insgesamt gerade einmal 86 Millionen Euro, wie merkur.de berichtet.

Rentenpunkte kaufen: 2022 sind sie besonders günstig

Die große Beliebtheit freiwilliger Sonderzahlungen in die gesetzliche Rente hat dieses Jahr mehrere Gründe. Denn: In diesem Jahr sind die Rentenpunkte, die man mit den Sonderzahlungen kaufen kann, noch deutlich günstiger zu haben. Im kommenden Jahr steigt der Preis für einen Rentenpunkt um rund elf Prozent, die Sonderzahlung verteuert sich entsprechend.

Der Kaufpreis für Rentenpunkte ändert sich jedes Jahr, da diese nach dem jeweiligen deutschen Durchschnittsentgelt berechnet werden. Wegen der schwachen Lohnentwicklung in den vergangenen Jahren ist auch der Preis für einen Rentenpunkt zurückgegangen. Während man 2021 noch 7726,63 Euro für einen Punkt zahlen musste, kostet er 2022 nur noch 7235,59 Euro, also fast 500 Euro weniger. 2023 wird er wieder teurer: Dann steigt der Preis auf etwa 8024 Euro. Zudem machen es die grassierende Inflation und die volatilen Aktienmärkte für Sparer attraktiver, zusätzliches Geld in die gesetzliche Rente zu investieren.

Nicht alle Menschen können Rentenpunkte kaufen

Der Kauf von Rentenpunkten ist eigentlich vor allem für die Menschen gedacht, die früher in Rente gehen und deshalb mehr Punkte sammeln wollen. Wer bis zur Regelaltersgrenze arbeiten will, kann aber ebenso einzahlen. Auch für freiwillige Beitragszahler:innen wie etwa Selbstständige kann sich das unter Umständen lohnen. Einzahlen können alle, die mindestens 50 Jahre alt sind und zum geplanten Renteneintritt mindestens 35 Versicherungsjahre in der Rentenversicherung vorweisen können – Kinderbetreuungszeiten und Schulzeiten eingeschlossen.

Rentenpunkte kaufen: Wer über eine Sonderzahlung nachdenkt, sollte sich beeilen

Auf Antrag berechnet der zuständige Rentenversicherungsträger, wie hoch die individuellen Abzüge bei einem früheren Renteneintritt wären und wie viel Geld man aufwenden müsste, um die Abzüge auszugleichen.

Wer über eine Sonderzahlung nachdenkt, sollte sich beeilen und sich noch in diesem Jahr mit der Rentenversicherung in Verbindung setzen und einen entsprechenden Antrag stellen. Bei einer Zahlung innerhalb von drei Monaten nach Erteilung der Auskunft gelten dann weiter die bei Antragstellung günstigeren Konditionen. Der Antrag und auch die erteilte Auskunft verpflichten nicht automatisch zur Zahlung.

Sonderzahlungen können in Form einer Einmalzahlung oder auch als Teilzahlungen überwiesen werden, heißt es von der Deutschen Rentenversicherung. Pro Jahr seien mehrere Zahlungen zulässig. Eine regelmäßige Ratenzahlung ist aber grundsätzlich nicht vorgesehen. Außerdem ist eine Erstattung der Sonderzahlungen nicht möglich. (Mit Material der dpa)

Auch interessant

Kommentare