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Ab Juli können sich Senioren auf eine höhere Rente einstellen. 

Rentenerhöhung

Renten steigen zum 1. Juli

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Die Regierung beschließt die größte Erhöhung der Altersbezüge seit 2016. Das ist auch eine Botschaft, die in Corona-Zeiten zur Beruhigung beitragen soll. 

Es ist eine Botschaft, die auch zur Beruhigung beitragen soll. Mitten in der Krise steigen die Renten noch einmal kräftig, teilte das Bundesarbeitsministerium am Freitag mit. Fragen und Antworten zu den Hintergründen.

Wie stark steigen die Renten – und wann?

Die Anpassung erfolgt zum 1. Juli. In den alten Bundesländern steigen die Renten um 3,45 Prozent, in den neuen Ländern um 4,2 Prozent. Das ist das stärkste Plus seit 2016.

Was bedeutet das Rentenplus für den Einzelnen?

Eine Rente von monatlich 1000 Euro, die allein auf in den alten Bundesländern gezahlten Beiträgen beruht, steigt um 34,50 Euro. Eine Rente, die ausschließlich auf Beiträgen, die in Ostdeutschland gezahlt wurden basiert, erhöht sich im Sommer um 42 Euro.

Weshalb steigen die Renten diesmal so stark?

Den größten Einfluss hatte die gute Lohnentwicklung. Zugrunde gelegt wurde eine Lohnsteigerung von 3,28 Prozent in den alten Bundesländern sowie 3,83 Prozent in den neuen. Auf die Rentenerhöhung ausgewirkt hat sich auch das Gesetz zur Renteneinheit, mit dem bis 2025 schrittweise gleich hohe Rentenwerte in Ost und West erreicht werden sollen.

Wie groß ist der Ost-West-Unterschied noch?

Der Rentenwert Ost beträgt ab 1. Juli 97,2 Prozent des Westwerts.

Wie voll ist die Rentenkasse jetzt in der Krise eigentlich noch?

Die Rentenkasse verfügt über einen Rekord-Puffer. Ende 2019 belief sich die Rentenrücklage auf 40,5 Milliarden Euro. Dies entspricht 1,7 Monatsausgaben. Das wurde dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aus Kreisen der Deutschen Rentenversicherung bestätigt. Auf dem Papier wird zwar noch eine Rücklage von 40,5 Milliarden Euro auch für Ende des laufenden Jahres erwartet. Doch angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt dürfte es dabei kaum bleiben. Es sei mit einem erheblichen Einbruch der Beitragseinnahmen zu rechnen.

Wäre es denkbar, dass die Corona-Krise zu sinkenden Renten führt?

Nein. Das ist gesetzlich ausgeschlossen. Und zwar durch einen Passus, der in der Folge der letzten großen Wirtschaftskrise 2008/2009 eingeführt worden ist. Selbst wenn die Löhne im laufenden Jahr wegen der Corona-Folgen auf die Wirtschaft sinken würden, wäre eine Rentenkürzung im kommenden Jahr nicht möglich. Laut Gesetz ist für die Rentner mindestens eine Nullrunde garantiert. Das nun angekündigte Plus sieht die Rentenversicherung angesichts der wirtschaftlichen Lage als gutes Signal.

Wie hoch ist das Rentenniveau?

Das Rentenniveau – das Verhältnis von Netto-Standardrente zu durchschnittlichem Netto-Arbeitsentgelt – liegt ab Sommer bei 48,21 Prozent. Bis 2025 darf dieser Wert laut Gesetz nicht unterhalb von 48 Prozent fallen.

Wie geht es weiter in der Rentenpolitik?

Ende kommender Woche stellt die Rentenkommission ihre Vorschläge für die Zukunft der Alterssicherung in Deutschland vor. Die Bundesregierung hatte das Gremium, das mit Experten, Fachpolitikern sowie Vertretern der Sozialpartner besetzt ist, vor zwei Jahren eingesetzt. Es soll Empfehlungen zur Finanzierung der Rentenversicherung und zum Sicherungsniveau vorlegen.

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