Frührente ohne Abschläge

Rentenkasse: Rente aufbessern mit freiwilligen Einzahlungen - So gehts

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Die gesetzliche Rentenversicherung muss nicht nur aus Pflichtbeiträgen bestehen - mit freiwilligen Einzahlungen kann man die Rente aufbessern.

  • Freiwillig in die Rentenkasse einzahlen 
  • Lohnt sich das?
  • Sollte man Sonderzahlungen splitten?

Wer angestellt ist oder in besonderen Berufen als Selbstständiger arbeitet, kommt an den Pflichtbeiträgen zur Rentenversicherung nicht vorbei. Es besteht aber durchaus die Möglichkeit, schon während des aktiven Berufslebens zusätzlich in die Rentenkasse einzuzahlen, um auf diese Weise die Rente im Ruhestand aufzubessern. Eine Option, die unter Umständen in Betracht gezogen werden sollte.

Freiwillige Rentenzahlungen: In diesen Fällen lohnt es sich besonders

  • Wenn Sie älter als 50 Jahre sind, angestellt, und mit dem Gedanken spielen, früher als gesetzlich vorgesehen in den Ruhestand zu gehen. Dabei wollen Sie so wenig Abschläge wie nur irgend möglich in Kauf nehmen.
  • Es fehlen Ihnen Beitragsjahre, um Anspruch auf eine gesetzliche Rente zu haben. Sie haben einige Jahre in die Rentenkasse eingezahlt, dann aber Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt und so bereits Entgeltpunkte gesammelt.
  • Sie sind nicht fest angestellt und sorgen derzeit nicht für das Alter vor. Über freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung können Sie sich eine Basisabsicherung sichern.

Freiwillige Rentenbeiträge zahlen: Für wen sich eigenen sich die Sonderzahlungen?

Sie haben geerbt? Sie haben einen hohen Betrag ausgezahlt bekommen, sei es aus einer Lebensversicherung oder einer Abfindung? Dann können Sie das Geld in die Rentenkasse einzahlen um so vorzusorgen. Wann Sie einzahlen und ob Sie die Summe auf einmal oder in Teilen zahlen, sollte jedoch gut abgewägt werden.

Es kann durchaus sinnvoll sein, Sonderzahlungen auf mehrere Jahre zu verteilen und nicht gleich einen großen Betrag einzuzahlen. Beiträge zur Rentenversicherung können nämlich nur in bestimmten Grenzen von der Steuer abgesetzt werden. Wie das für die einzelnen Kalenderjahre aussieht, sollte man auf jeden Fall vor einer Entscheidung mit einem Steuerfachmann oder aber den Beratern der Rentenversicherung besprechen.

Sollten Sie sich aber dazu entschlossen haben, die Sonderzahlung schon ein paar Jahre vor verfrühtem Renteneintritt in einem Betrag einzuzahlen, sichern Sie sich damit Rentenpunkte nach den aktuell gültigen Berechnungsgrundlagen für die Rente. Das lohnt sich besonders dann, wenn sich die Wirtschaft in den nächsten Jahren weiter positiv entwickelt. Dann dürften auch die Renten weiter steigen. Damit müssten Sie in der Folge mehr Geld auf den Tisch legen, um Ihren Rentenausgleich zu finanzieren.

Was ist, wenn trotz Rentenanspruch weiter gearbeitet wird?

Keine Einzahlung in die Rentenkasse verpflichtet Sie dazu, am Ende tatsächlich früher in den Ruhestand zu gehen. Jeder kann sich bis zur Rente noch entscheiden, doch bis zur Regelaltersgrenze weiterzuarbeiten. Ist dies der Fall, wirkt die ursprünglich als Ausgleichszahlung gedachte Summe wie eine Erhöhung der gesetzlichen Rente.

Gesetzliche oder freiwillige Rente?

Ob Sie zusätzlich in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen oder doch lieber auf private Altersvorsorge setzen, ist individuell sehr verschieden. Was sich finanziell mehr lohnt, ist vorab nur schwer zu sagen. Wie sich die gesetzliche Rente entwickelt, ist Thema unzähliger Diskussionen und Expertisen.

Die gesetzliche Rente speist sich aus dem, was aktive Arbeitnehmer im Moment einzahlen -  und sie ist von politischen Entscheidungen abhängig. Das Rentenalter ist gesetzlich vorgeschrieben und kann in den kommenden Jahren weiter steigen. Außerdem ist die gesetzliche Absicherung abhängig von der demografischen Entwicklung. Wenn weniger Beitragszahler für einen Rentner aufkommen, steigt die Rente automatisch weniger stark.

Der Zeitpunkt des Abschieds aus dem Arbeitsleben sollte gut überlegt sein. Wir spielen drei Szenarien durch: die reguläre Altersrente, die Rente mit 63 und ein späterer Renteneintritt mit Zuschlägen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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