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Eine Frau läuft die Straße it Einkäufen in Nea Artaki entlang.
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Finanzielle Sicherheit in schwierigen Zeiten, das verspricht die Hinterbliebenenrente: Doch wer hat überhaupt Anspruch darauf? (Symbolbild)

Altersvorsorge

Hinterbliebenenrente: Absicherung für Witwe oder Witwer – Wer Anspruch hat

  • Yannick Wenig
    vonYannick Wenig
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Sicherheit in den denkbar schwierigsten Zeiten: Dafür soll die Witwen- oder Witwerrente sorgen. Doch wem diese Rente zusteht, das ist von einigen Faktoren abhängig.

  • Für viele Hinterbliebene ist die Beantragung der Rente* kompliziert.
  • Die Hinterbliebenenrente soll für finanzielle Sicherheit in schwierigen Zeiten sorgen.
  • Doch nicht jedem steht die „Witwenrente“ überhaupt zu.

Frankfurt - Eigentlich will man gar nicht so recht darüber nachdenken: Doch insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie* beschäftigen sich viele Leute verstärkt mit Krankheit und dem Tod. Als wäre die Sache an sich im Ernstfall nicht schon schlimm genug, können finanzielle Einbußen als Folge des durch den Tod der Ehepartnerin oder des Ehepartners wegfallenden Einkommens auftreten. Um dies zu kompensieren, soll die Hinterbliebenenrente helfen. Doch wer hat überhaupt Anspruch auf die sogenannte Witwen- oder Witwerrente?

Nach dem Tod: Wer hat Anspruch auf Hinterbliebenenrente?

Finanzielle Sicherheit in denkbar schwierigen Zeiten, das ist das, was hinter der Hinterbliebenenrente steckt, die im Volksmund häufig als Witwenrente bezeichnet wird, aber natürlich gleichermaßen für Witwer gilt. Voraussetzung für die Zahlung einer Rente, ist, dass die Partner mindestens schon ein Jahr vor dem Tod eines Ehepartners verheiratet waren oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebten. Bei Ehen, die weniger als ein Jahr vor dem Tod eines Partners geschlossen werden, geht die Rentenversicherung davon aus, dass die Heirat aufgrund der finanziellen Absicherung durchgeführt wurde. Der Anspruch auf die Hinterbliebenenrente erlischt.

Außerdem wird vorausgesetzt, dass der oder die Verstorbene bereits Rente bezogen oder mindestens fünf Jahre in die Rentenversicherung* einbezahlt hat. Bei Selbstständigen zählen die Jahre, in den sie freiwillig in die Rente einbezahlt haben. Nicht von Belang ist dabei, ob die Hinterbliebenen selbst rentenversichert sind. Entscheidend ist stets die Versicherung der verstorbenen Person. Paare ohne Trauschein haben keinen Anspruch auf Hinterbliebenenrente, selbst wenn sie bereits mehrere Jahre zusammenleben. Im Gegensatz dazu erlischt der Anspruch jedoch nicht, wenn verheiratete Paare längere Zeit getrennt leben. Bei einer erneuten Heirat entfällt die Witwen- oder Witwerrente zum Ex-Partner beziehungsweise der Ex-Partnerin.

Witwen- und Witwerrente: Wie hoch fallen die Altersbezüge aus?

Wie hoch die Witwen- oder Witwerrente schlussendlich ausfällt, ist individuell verschieden. Zunächst einmal erhalten Witwen und Witwer drei Monate lang die volle Höhe der Rente des verstorbenen Partners oder der verstorbenen Partnerin. Anschließend errechnet sich die Summe zum einen nach dem Alter des gestorbenen Ehepartners oder der Partnerin und zum anderen danach, ob die Ehe vor oder nach 2002 geschlossen wurde. Durch eine Gesetzesreform im Jahr 2002 bestehen aktuell zwei verschiedene Rentensysteme. Eines nach altem Recht, eines nach neuem.

Große oder kleine Witwenrente: Welche Rolle spielt das Alter?

Bei einer Eheschließung vor 2002 und dem Geburtsdatum des verstorbenen Ehepartners vor 1962 gilt aktuell noch das alte Recht. Demnach steht der oder dem Hinterbliebenen 60 Prozent der Rente zu, die der oder die Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes bezogen hat. Haben die Eheleute nach 2002 geheiratet, gilt das neue Recht. Im Vergleich zum alten Recht werden dabei nur 55 Prozent gezahlt. Verstirbt ein oder eine Partner:in vor dem Renteneintrittsalter, errechnet sich der Anspruch auf Hinterbliebenenrente auf Grundlage der bis dato geleisteten Beiträge bei der Rentenversicherung.

Darüber hinaus wird ebenfalls zwischen kleiner und großer Witwenrente unterschieden. Und dabei spielt das Alter der Hinterbliebenen eine maßgebende Rolle. Denn: Wer jünger ist als 45 Jahre und zehn Monate verwitwet und keine Kinder großzieht, bekommt lediglich deren 25 Prozent der Rente, die der oder die Partner:in zum Todeszeitpunkt bezogen hat. Man spricht in diesem Fall von der „kleinen Witwen- oder Witwerrente“. Dabei geht der Gesetzgeber davon aus, dass Hinterbliebene in diesem Alter wieder für den eigenen Lebensunterhalt sorgen, das berichtet „waz.de“. Ziehen Hinterbliebene, die jünger sind als 45 Jahre und zehn Monate, ein eigenes Kind oder eines der oder des Verstorbenen groß, erhalten sie 55 Prozent.

Witwenrente: Altersgrenze für Hinterbliebene wird bis 2029 auf 47 Jahre angehoben

Doch die Altersgrenze für Hinterbliebene wird seit 2012 jährlich um einen Monat vom 45. Lebensjahr an angehoben. Für Todesfälle ab dem Jahr 2029 gilt dann die Altersgrenze von 47 Jahren für die große Witwen- oder Witwerrente. Die große Rente ist zeitlich nicht befristet.

TodesjahrAltersgrenze für Hinterbliebene
202145 Jahre und zehn Monate
202245 Jahre und elf Monate
202346 Jahre
202446 Jahre und zwei Monate
202546 Jahre und vier Monate
202646 Jahre und sechs Monate
202846 Jahre und acht Monate
202947 Jahre
Quelle: Finanztip.de

Genau wie alle anderen regulären Renten, ist auch die Hinterbliebenenrente steuerpflichtig.* Jedoch gibt es dabei einen Freibetrag. Dieser Freibetrag liegt laut „finanztip.de“ seit 2019 in den alten Bundesländern bei 872,52 Euro. In den neuen Bundesländern dagegen bei 841,90 Euro. (Yannick Wenig) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

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