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Wie viel Rente werde ich nach meiner Erwerbstätigkeit im Alter zur Verfügung haben?

Rentenbezüge im Alter

Rente: Wie hoch werden meine Rentenbezüge sein?

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Wie viel Rente werde ich nach meiner Erwerbstätigkeit im Alter zur Verfügung haben? Hier finden Sie alle Information zur Höhe der Rentenbezüge.

Zwei von drei Deutschen kennen die Höhe ihrer zukünftigen Rente nicht. Bereits 2017 ergab das eine Studie des Vereins Deutsche Renten Information und der Frankfurter Goethe-Universität. Seitdem hat sich offenbar wenig zum Positiven verändert: Eine aktuelle Erhebung der Versicherungsgesellschaft Metallrente vom Mai 2019 unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigte erneut, dass mehrheitlich das Wissen über die eigene Altersvorsorge als schlecht eingeschätzt wird. 

Rente: Viele Menschen wissen nicht, wie viel sie bekommen

Die Befragten konnten nicht sagen, wie hoch ihre Rentenansprüche im Ruhestand voraussichtlich ausfallen werden und mit wie viel Geld sie dann auskommen müssen. Dadurch fehlt natürlich auch die Kenntnis darüber, ob noch etwas für die eigene Altersvorsorge getan werden muss. Etwa 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens müsste die Rente hergeben, um den Lebensstandard halten zu können, so ein gängiger Richtwert.

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Doch selbst wer seine Ansprüche zumindest aus der gesetzlichen Rente kennt, bekommt nur schwer einen Überblick, wie es um das gesamte Alterseinkommen steht: Welche Einkünfte können aus anderen Verträgen erwartet werden – etwa einer betrieblichen Altersvorsorge, einem privaten Rentenversicherungsvertrag oder weiteren Vermögensgegenständen, die sich alle in ihren Auszahlungsweisen unterscheiden?

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Auch deshalb planen Union und SPD derzeit den Aufbau einer Online-Plattform, auf der Versicherte ihren individuellen Rentenanspruch aus verschiedenen Altersvorsorgeverträgen abfragen können. Ein digitaler Versicherungsmakler bietet bereits jetzt die Möglichkeit, sich seinen Rentenanspruch aus allen Altersvorsorgeprodukten errechnen zu lassen. Denn allein die Renteninformationsblätter, die Versicherte zugesandt bekommen, helfen nur sehr bedingt weiter.

Was erfahre ich aus der Renten-Information?

In der Renten-Information – die alle Versicherten bekommen, die bereits fünf Jahre in die Rentenkasse einzahlen und mindestens 27 Jahre alt sind, – steht, wie hoch die erworbenen Rentenansprüche zum derzeitigen Zeitpunkt sind, ab wann die Regelaltersrente bezogen werden kann sowie eine Prognose, wie hoch die Rente zum Renteneintrittsalter einmal sein könnte. 

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„Dabei wird auch auf die Wirkung der jährlichen Rentenanpassungen, der Preissteigerungen und weitere Aspekte hingewiesen“, sagt Reinhold Thiede, Leiter des Geschäftsbereichs „Forschung und Entwicklung“ der Deutschen Rentenversicherung Bund. Zugrunde gelegt werden die durchschnittlichen Beitragszahlungen der vergangenen fünf Jahre – die Prognose gilt also nur bei gleichbleibendem Einkommen.

Welche Informationen fehlen in der Renten-Information?

Einbezogen werden nur Informationen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Zusätzliche Einkommen im Alter, zum Beispiel aus einer Betriebsrente, einer Riester-Rente oder aus anderen Formen der privaten Altersvorsorge, sind in der Renteninformation dagegen nicht aufgeführt. 

Informationen hierzu versenden die Anbieter selbst – allerdings sind die Angaben kaum vergleichbar. Schließlich kann es sich mal um eine Einmalauszahlung handeln, mal um variierende Leistungen oder um eine unverbindliche Zielrente. Angaben zum gesetzlichen Rentenanspruch werden außerdem nur in brutto angegeben, Steuern und Abgaben sind demnach noch nicht einberechnet. Das gleiche gilt für Preissteigerungen.

Wie kann ich meine Rente anbieterübergreifend berechnen?

Eine Lösung, die seit 2017 auf dem Markt ist, stammt vom Frankfurter digitalen Versicherungsmakler Clark. Mithilfe einer App können Nutzer ihre gesamte Netto-Rente aus mehreren Altersvorsorgebausteinen ermitteln lassen, wenn sie ihre Renten-Dokumente hochladen. Steuern und Abgaben werden abgezogen und Inflationserwartungen berücksichtigt.

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Clark war auch an der Programmierung des Pilotsystems der Bundesregierung beteiligt. Man wolle aber eigenständiger Anbieter bleiben, heißt es. Im Herbst will die Bundesregierung die erforderlichen Rahmenbedingungen für die sogenannte „säulenübergreifende Renteninformation“ festlegen.

Darüber hinaus finden sich im Netz verschiedene Rechner, um die ungefähre Rentenlücke zu ermitteln – auch hierbei werden zuvor die Rentenansprüche abgefragt, allerdings muss der Nutzer die Angaben aus den Renteninformationsblättern selber herausfiltern.

Welche Schwierigkeiten bleiben weiterhin?

Auch bei der App-Lösung von Clark ist es beispielsweise nicht möglich, Aktienprodukte bei der automatischen Berechnung miteinzubeziehen. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kritisiert außerdem, dass aufgrund der Komplexität von solchen Hochrechnungen die Gefahr bestehe, dass Vorhersagbarkeit suggeriert werde, wo es sie nicht gebe. „Prognosen sind weder für die Kapitalmarktentwicklung noch für das zukünftige Verhalten der Anbieter zuverlässig möglich“, so Nauhauser. Sinnvoller sei es, die Rentenprodukte an sich unter die Lupe zu nehmen.

Thiede von der Deutschen Rentenversicherung sieht ebenfalls Schwierigkeiten, jedoch in erster Linie bei der Vergleichbarkeit der Leistungen. Dennoch ist er überzeugt: „Es wäre zweifellos eine Verbesserung, wenn jeder möglichst vollständige Informationen darüber bekommt, was er im Alter zu erwarten hat.“

Hilfen im Netz

Richtwert: Um den gewohnten Lebensstandard im Rentenalter zu halten, raten Experten, dass etwa 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens zur Verfügung stehen müssten. Da dieser Wert mit der gesetzlichen Rente im Regelfall kaum zu erreichen ist, ergibt sich eine Rentenlücke.

Rechner: Die Stiftung Warentest bietet einen Vorsorgerechner, auch der Deutsche Fondsverband stellt auf seiner Webseite einen Rentenlücken-Rechner bereit, wie auch mehrere Versicherer – allerdings wird häufig nur die gesetzliche Rente einbezogen. Der digitale Versicherungsmakler Clark berücksichtigt dagegen verschiedene Anwartschaften. (tdb)

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