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Renten-Anspruch trotz Job im Ausland: Das sollten Sie beachten

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Von: Natascha Terjung

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Der Rentenanspruch in Deutschland gilt meistens auch für Menschen, die im Ausland arbeiten. Doch dabei gibt es einiges zu beachten – alle Infos im Überblick.

Frankfurt – Wer nicht nur in Deutschland, sondern während seines Berufslebens auch für einige Zeit im Ausland gearbeitet hat, hat meist trotzdem einen Anspruch auf eine deutsche Rente. Eine sozialversicherte Tätigkeit im Ausland kann als Beitragszeit berücksichtigt werden. Dabei gibt es aber einiges zu beachten – unter anderem, in welchem Land man gearbeitet hat. Wer außerdem seine Rente im Ausland genießen möchte, sollte sich vorher über die Möglichkeiten informieren.

Laut Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) gilt grundsätzlich: In dem Land, in dem man arbeitet, ist man auch versichert. Für die Mitgliedsstaaten der EU gilt das Europäische Gemeinschaftsrecht, mit einigen anderen Staaten hat Deutschland ein Sozialversicherungs-Abkommen. Wer innerhalb der EU oder in einem der Abkommensstaaten gearbeitet und Abgaben gezahlt hat, macht bei den Versicherungszeiten für die Rente keine Verluste. Laut Deutscher Rentenversicherung gilt das Europäische Gemeinschaftsrecht in folgenden Ländern:

Außerdem hat Deutschland mit weiteren Ländern ein zweiseitiges Sozialversicherungsabkommen vereinbart. Dadurch sollen der Erwerb von Rentenansprüchen und das Zahlen der Rente im jeweiligen Land geregelt werden. Laut Angaben der Deutschen Rentenversicherung sollen dadurch die Nachteile der verschiedenen Sozialversicherungssysteme der unterschiedlichen Länder für Arbeitnehmende minimiert werden. Mit folgenden Staaten besteht ein solches Abkommen:

Rente trotz Arbeiten im Ausland: Werden verschiedene Rentenbeiträge zusammen gerechnet?

Wichtig: Wer im Ausland gearbeitet hat, sollte das der Rentenversicherung mitteilen. Auch beim Arbeiten im Ausland gilt, dass die Mindestversicherungszeit für den Rentenanspruch erfüllt werden muss. Hat man in verschiedenen Ländern gearbeitet, können die Versicherungszeiten zusammen gerechnet werden. Sind die Voraussetzungen für die Rente erfüllt, zahlt nach Informationen der Deutschen Rentenversicherung grundsätzlich jeder EU-Mitgliedsstaat die Rente für die jeweilige Versicherungszeit. So ist es möglich, zeitgleich von mehreren Staaten Rente zu beziehen.

Die sogenannte Altersrente bekommt man erst, wenn das gesetzlich festgelegte Renteneintrittsalter des jeweiligen Mitgliedstaats erreicht wurde. Das kann je nach Land unterschiedlich sein. Auch in Deutschland gibt es verschiedene Modelle der Rente: Vor dem Renteneintritt gibt es daher einiges zu beachten. Die Rentenbeiträge, die in anderen Mitgliedsstaaten gezahlt wurden, können zusätzlich berücksichtigt werden, gibt die DRV an.

Für Arbeitnehmende, die von ihrem Arbeitgebenden ins Ausland entsendet worden sind, gelten besondere Regeln. Arbeitet man nur für eine bestimmte Zeit im Ausland und wird von seinem deutschen Arbeitgebenden weiterhin bezahlt, bleibt die Rentenversicherung in Deutschland bestehen. Wie lang der Zeitraum der Entsendung sein darf, ist je nach Land unterschiedlich. Innerhalb der EU darf dieser nicht länger als 24 Monate sein, gibt die DRV an.

Auch wer eine Zeit lang im Ausland gearbeitet hat, hat Anspruch auf eine Rente.
Auch wer eine Zeit lang im Ausland gearbeitet hat, hat Anspruch auf eine Rente. © Felix Kästle/dpa

Deutsche Rente bei Job im Ausland – Freiwillig versichern ist immer möglich

Wird man allerdings zum Arbeiten in ein Land geschickt, in dem weder das Europarecht gilt, noch ein Abkommen mit Deutschland besteht, kann eine Doppelversicherung beantragt werden – laut der DRV auch Ausstrahlung genannt. Dann kann es sein, dass man in Deutschland und dem Ausland versicherungspflichtig ist.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sich für die Rente freiwillig zu versichern. Laut der DRV ist das für deutsche Staatsbürger:innen unabhängig vom Wohnsitz möglich – auch Menschen mit der Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaates haben diese Möglichkeit. Wohnt man nicht in Deutschland und hat keine Staatsangehörigkeit in einem der Mitgliedsstaaten, muss man sich in einem der EU-Länder aufhalten und mindestens einen deutschen Beitrag gezahlt haben. Mit freiwilligen Beiträgen kann zudem die Mindestversicherungszeit für eine Rente in Deutschland erreicht werden. (Natascha Terjung)

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