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In Teilzeit arbeiten: Wie Sie große Verluste bei der Rente vermeiden

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Von: Constantin Hoppe

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Ein älteres Ehepaar läuft am Strand am Meerufer entlang.
Laut Statistischem Bundesamt denken immer mehr Menschen daran, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. © Pixabay

Teilzeitarbeit ist weit verbreitet. Für die Rente kann sie jedoch Gift sein. Mithilfe einiger Tipps kann eine böse Überraschung vermieden werden.

Frankfurt – Fast jeder Beschäftigte träumt wohl davon, seine wöchentliche Arbeitszeit zu verringern und mehr Zeit für Familie und Hobby zu haben. Laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden wollten 2019 fast 1,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland kürzer arbeiten.

Aber Teilzeit bedeutet meist weniger Lohn und auch die Rente wird dadurch geringer ausfallen. Wer trotzdem reduzieren will, sollte besser auf ein einige Details achten, damit es später mit der Rente klappt. Es gibt einige Tipps, um später keine böse Überraschung auf dem Konto zu erleben.

Teilzeit und Rente: Finanzielle Auswirkungen berechnen

Grundsätzlich haben alle Angestellten das Recht auf Teilzeit, sagt Kaarina Hauer, Leiterin der Rechtsberatung bei der Arbeitnehmerkammer Bremen. Wer mindestens sechs Monate bei einem Arbeitgeber mit mehr als 15 Beschäftigten tätig war, kann einen entsprechenden Antrag einreichen.

Bevor die Entscheidung fällt, die Stundenzahl im Job zu reduzieren, ist es gut, sich einen Überblick über die Finanzen zu verschaffen. Wer seine Arbeitszeit reduzieren und wissen möchte, wie hoch dann das Netto-Teilzeitgehalt wäre, kann zur ersten Orientierung den Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nutzen. Im nächsten Schritt sollte man ausloten, welche Folgen der geringere Verdienst auf die gesetzliche Rente hat. Das kann man bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erfragen.

Folgende Jahrgänge dürfen noch vor 67 in Rente gehen:

GeburtsjahrRenteneintrittsalter
195665 Jahre, 10 Monate
195765 Jahre, 11 Monate
195866 Jahre
195966 Jahre, 2 Monate
196066 Jahre, 4 Monate
196166 Jahre, 6 Monate
196266 Jahre, 8 Monate
196366 Jahre, 10 Monate

Generell wird empfohlen, seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben immer wieder im Blick zu behalten und zu schauen, wie gut man mit seinem Einkommen über die Runden kommt und wo man einsparen kann.

Mehr Netto vom Brutto: Steuerklasse beachten und zusätzliche Einnahmequellen sichern

Wie groß die finanziellen Auswirkungen sind, hängt natürlich davon ab, wie stark man die Arbeitszeit reduziert. „Bei 90 oder 80 Prozent kann man das gut ausgleichen, alles ab 70 Prozent hat deutliche Auswirkungen“, erklärt Jutta Rump, Professorin am Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) in Ludwigshafen. Steuerlich könne es durchaus sein, dass man zwar 20 Prozent weniger arbeitet, aber auf dem Konto nur zehn Prozent weniger landen.

Auch eine gute Betriebsrente als zusätzliche Einnahmequelle im Alter kann die Auswirkungen etwas abfedern. In jedem Fall bietet es sich für Teilzeitbeschäftigte an, den Arbeitgeber nach einer betrieblichen Altersversorgung zu fragen. Zudem gibt es die Möglichkeit, mit der Riester-Zulage die Altersvorsorge aufzustocken. Auch freiwillige Renteneinzahlungen können die spätere Rente aufbessern.

Gleitend in die Rente: Altersteilzeit

Auch die Altersteilzeit kann für viele eine Option darstellen: Bei der Altersteilzeit handelt es sich um eine Teilzeitbeschäftigung, die durch das Altersteilzeitgesetz (AltTZG) geregelt ist. Da kein rechtlicher Anspruch auf Altersteilzeit besteht, ist sie nur aufgrund einer freiwilligen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer möglich.

Bei der Altersteilzeit wird die bisherige wöchentliche Arbeitszeit um die Hälfte reduziert. Die versicherungspflichtige Beschäftigung im Sinne des Dritten Buches Sozialgesetzbuch Arbeitsförderung wird fortgesetzt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, entsprechend dem Altersteilzeitgesetz das Gehalt aufzustocken und zusätzliche Beiträge zur Rentenversicherung zu leisten.

Durch das herabgesetzte Gehalt muss auch hier mit Renteneinbußen gerechnet werden. Da der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist, mindestens 80 Prozent der bisherigen Beiträge zur Rentenversicherung auch in der Altersteilzeit zu zahlen, fallen die Einbußen jedoch relativ gering aus. (con mit dpa)

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