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Rente: Anrechnung der Studienzeit – Worauf Sie achten müssen

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Von: Karolin Schäfer

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Die Studienzeit kann für die Rente angerechnet werden. (Symolbild)
Die Studienzeit kann für die Rente angerechnet werden. (Symolbild) © Rolf Vennenbernd/dpa

Studierende zahlen während ihres Studiums meist keine Beiträge in die Rentenkasse ein. Warum sie später trotzdem von der Studienzeit profitieren können.

Frankfurt – Im vergangenen Wintersemester 2021/2022 waren in Deutschland etwa 2,95 Millionen Studierende an einer Universität oder (Fach-)Hochschule eingeschrieben. Doch wird die Studienzeit später bei der Rente berücksichtigt? Ein Überblick, worauf Studierende achten müssen.

Grundsätzlich gilt: Die Zeit während des Studiums kann angerechnet werden. Dies ist frühestens ab dem 17. Lebensjahr möglich. „Das bedeutet, dass auch Studienzeiten für Ihre spätere Rente zählen, obwohl Sie keine Beiträge einzahlen“, informierte die Deutsche Rentenversicherung. Einen Abschluss müsse man nicht nachweisen.

Rente und Studium: Studienzeit kann für die Altersvorsorge angerechnet werden

Maximal acht Jahre können für Schul- oder Studienzeiten angerechnet werden, hieß es weiter. Sie werden beispielsweise für die Mindestversicherungszeit von 35 Jahren und die Berechnung der Rentenhöhe berücksichtigt. „Allerdings kommen diese Zeiten nicht automatisch in Ihr Rentenkonto. Damit diese Zeiten angerechnet werden können, benötigt die Deutsche Rentenversicherung von Ihnen Unterlagen, zum Beispiel in Form von Zeugnissen, Schul- und Immatrikulationsbescheinigungen“, teilt die Deutsche Rentenversicherung mit.

Für Studienzeiten, die ab dem 16. Lebensjahr nicht angerechnet werden, können bis zum 45. Lebensjahr freiwillig Beträge nachgezahlt werden, informiert die Deutsche Rentenversicherung.

Wer während des Studiums oder in den Semesterferien noch arbeitet, muss möglicherweise bereits selbst Beiträge in die Rentenkasse einzahlen. Auch 450-Euro-Jobs unterliegen der Versicherungspflicht. Damit erwerben Beschäftigte „vollwertige Beitragszeiten für die Rente“, so die Deutsche Rentenversicherung. Minijobber:innen profitierten also bereits für die Altersvorsorge.

Was sind Anrechnungszeiten?

Anrechnungszeiten helfen, Lücken im Rentenkonto zu schließen und die Mindestversicherungszeit für bestimmte Rentenarten zu erfüllen, zum Beispiel für eine vorgezogene Altersrente, informiert die Deutsche Rentenversicherung.

Rentenbeiträge während des Studiums? Das müssen Sie bei einem Minijob zahlen

Der Versicherungsbeitrag fällt gering aus. 15 Prozent des Bruttolohns muss der Arbeitgeber zahlen. „Sie selbst zahlen nur Beiträge in Höhe der Differenz zum normalen Beitragssatz“, hieß es weiter. Dieser liege derzeit bei 18,6 Prozent. Man selbst zahle also nur 3,6 Prozent. Befristete Aushilfsjobs mit einer Beschäftigungszeit von drei Monaten oder 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr sind versicherungs- und beitragsfrei.

Steht das Studium im Vordergrund, dürfen Studierende maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten. Das Studium gilt auch als vorrangig, wenn nur in den Semesterferien Vollzeit gearbeitet wird. Wer mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet, muss weitere Beiträge für die Sozialversicherung zahlen.

Verdienst im StudiumVersicherungsbeitrag
bis 450 Euro3,6 Prozent
mehr als 1300 Euro9,3 Prozent
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Rente: Bei höherem Verdienst im Studium ist man versicherungspflichtig

Wer mehr als 450 Euro und höchstens 1300 Euro monatlich verdient, gilt ebenfalls als versicherungspflichtig. Da man sich dabei aber in einem sogenannten Übergangsbereich befindet, zahlt man einen geringeren Beitrag. Wer mehr als 1300 Euro verdient, zahlt gemeinsam mit dem Arbeitgeber jeweils 9,3 Prozent des Verdienstes, so die Deutsche Rentenversicherung.

Pflichtpraktika, die in der Prüfungsordnung vorgeschrieben sind, gelten als versicherungsfrei. Die Arbeitszeit und der Verdienst spielen dabei keine Rolle. Ein freiwilliges Praktikum dagegen gilt grundsätzlich als sozialversicherungspflichtig. (kas)

Die Bundesregierung plant die Einführung einer Rentenpflicht für Selbstständige. Das sollten Selbstständige dazu wissen.

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