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Steuern sparen – So bleibt mehr von der Rente übrig

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Später in den Ruhestand zu starten, kann sich lohnen. Rente und Gehalt können dabei kombiniert werden.
Später in den Ruhestand zu starten, kann sich lohnen. Rente und Gehalt können dabei kombiniert werden. © Gustafsson/Imago

Rentnerinnen und Rentner zahlen nicht während der Sparphase, sondern während der Auszahlungsphase Steuern auf ihre Rente. So bleibt mehr Geld übrig.

Berlin – Auf Rentenauszahlungen Steuern zahlen, als wären sie ein Lohn oder Arbeitseinkommen? Was auf den ersten Blick irritiert, bringt eigentlich Vorteile für Rentner:innen mit sich. Denn die sogenannte „nachgelagerte Besteuerung“ ermöglicht seit 2005, Aufwendungen für die Altersvorsorge in der Sparphase vom steuerpflichtigen Einkommen abzuziehen. Dafür werden später die Rentenauszahlungen besteuert. Der Vorteil: Während der Auszahlungsphase ist das Einkommen in der Regel geringer als das Gehalt in der Sparphase. Damit ist auch der Steueranteil niedriger. Zudem ist zu bedenken, dass auch Senior:innen die staatliche Infrastruktur nutzen, für die Kosten anfallen. 

Die Besteuerung erfolgt nicht nur bei Zahlungen aus der staatlichen Rentenversicherung, sondern auch bei der Riester-, Rürup- oder Betriebsrente. Bei der privaten Altersvorsorge jedoch werden Auszahlungen nicht besteuert. Wer mithilfe von Aktien oder Tagesgeldkonten für das Alter vorgesorgt hat, der muss also ohnehin keine Steuern auf seine Rente zahlen. Die Lohnsteuer wurde bereits während der Berufsjahre gezahlt.

Renten-Freibeträge: Wer Steuern zahlen muss, hat eigentlich alles richtig gemacht

Es gibt jedoch Freibeträge, bis zu denen keine Versteuerung der Rente erfolgt. Diese unterscheiden sich, je nachdem, wann die erste Rentenzahlung erfolgt. Wer bereits vor 2005 in die Rente eingetreten ist, muss laut der Deutschen Rentenversicherung lediglich die Hälfte der damaligen Jahresrente besteuern. Nach 2005 steigt der Anteil pro Rentenjahrgang um 2 Prozentpunkte. Wer 2022 in Rente geht, muss also 84 Prozent seiner Jahresrente verteuern. Bei Renten-Erhöhungen, wie sie 2022 erfolgen, steigt der Anteil der Steuerpflichten.

Zusätzlich gilt der Grundfreibetrag von 10.347 Euro im Jahr 2022, der auch für Berufstätige gilt. Der Gedanke, unter den Freibeträgen bleiben zu wollen, um Steuern zu sparen, ist jedoch nicht sinnvoll. Denn zahlt man Steuern auf seine Rente, so bedeutet das, dass man während der Berufstätigkeit gut vorgesorgt hat, um der Altersarmut zu entgehen.

Rente besteuern: Ausnahme namens „Öffnungsklausel“

Es gibt jedoch eine Ausnahme von der nachgelagerten Besteuerung, die sogenannte Öffnungsklausel. Wer in der Vergangenheit mindestens zehn Jahre lang sehr hohe Beträge in die Rentenversicherung oder bestimmte andere Arten der Altersvorsorge wie etwa berufsständische Versorgungswerke eingezahlt hat, kann dies in der Einkommenssteuerklärung angeben.

Bei eingezahlten Höchstbeträgen kann die nachgelagerte Besteuerung oft zu ungerechter Überbesteuerung führen. Das ist der Fall, wenn beispielsweise Selbstständige freiwillige Renten-Einzahlungen aus dem bereits versteuerten Einkommen leisten.

Um mit der Öffnungsklausel bei der Besteuerung der Rente zu sparen, ist es nötig, Nachweise vorzulegen. Bescheinigungen lassen sich bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Der Höchstbeitrag der gesetzlichen Rentenversicherung muss dafür vor 2005 in mindestens zehn Jahren überschritten worden sein.

Steuern sparen während der Rente: Keine hohen Beträge auf einmal auszahlen lassen

Bei der Riester-Rente etwa ist es möglich, sich 30 Prozent oder sogar die ganze Sparsumme direkt auszahlen zu lassen. Doch hohe Auszahlungen führen auch zu höheren Steuern, da gewisse Betragsgrenzen überschritten werden. 

Riester-Rentner:innen sollten laut MDR darauf achten, erst im Kalenderjahr nach Beginn der gesetzlichen Rentenzahlungen Auszahlungen zu erhalten, um möglichst viele Steuern zu sparen

Steuer-Tricks und Steuersoftware: So bleibt mehr von der Rente übrig

Wie auch bei Berufstätigen gibt es gewisse Tricks, um bei der Steuererklärung möglichst viel rauszuholen. So lassen sich Krankheitskosten, die im Alter oft höher sind, als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Für Medikamente oder Therapien wie Massagen müssen jedoch Rezepte vorliegen. Auch die Eigenbeteiligung bei einem Krankenhausbesuch lässt sich in der Steuererklärung absetzen. 

Rente: Altersentlastungsbeträge bei der SteuererklärungAuf den 64. Geburtstag folgendes Kalenderjahr
24 Prozent2015
22,4 Prozent2016
20,8 Prozent2017
19,2 Prozent2018
17,6 Prozent2019
16 Prozent2020
15,2 Prozent2021
14,4 Prozent2022
13,6 Prozent2023

Ab dem 64. Lebensjahr greift zudem der Altersentlastungsbetrag auf gewisse Einkünfte, etwa Vermietung, Verpackung, Kapitalerträge oder Lohneinkünfte bei Berufstätigkeit in der Rentenauszahlungsphase. Die Beträge unterscheiden sich je Jahrgang. Wenn etwa 2019 der 64. Geburtstag gefeiert wurde, beträgt der Entlastungsbetrag 16 Prozent der begünstigten Einkünfte bis zu einem Höchstbetrag von 760 Euro. Bei jüngeren Jahrgängen fällt der Altersentlastungsbetrag geringer aus. (tk)

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