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Von der Rente zurück in den Job: „Unretirement“ wird in den USA immer häufiger

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Von: Patricia Huber

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Immer mehr Rentnerinnen und Rentner kehren zurück in das Berufsleben. In den USA hat sich daraus ein regelrechter Trend entwickelt – der Arbeitgeber freuen dürfte.

Washington, D.C. – Die hohe Inflation macht derzeit vielen Menschen zu schaffen. Besonders Rentnerinnen und Rentner mit vergleichsweise niedrigen Bezügen kämpfen mit den gestiegenen Preisen für Lebensmittel, Energie und Co. Das ist auch in den USA der Fall, was zu einem regelrechten neuen Trend geführt hat: Immer mehr kehren zurück ins Berufsleben.

Rente: US-Senioren kehren zurück in die Arbeitswelt – Schuld ist die Aktienrente

„Unretirement“ nennen Arbeitsmarktexpert:innen diese Bewegung. Das hat verschiedene Gründe. Vorrangig natürlich einen: Geld. Denn in den USA ist die Höhe der Bezüge im Ruhestand von vielen Bürger:innen von der Betriebsrente abhängig – und die wird zu 75 Prozent durch Aktienfonds finanziert, berichtet merkur.de. Mit den stark fallenden Kursen sinken also auch die Einkünfte der meisten Rentner:innen. „Dabei hatten wir Rentner geplant, von genau dem Geld zu leben“, erklärt eine ehemalige Stewardess aus Los Angeles gegenüber tagesschau.de.

Viele offene Arbeitsstellen in den USA: Arbeitgeber buhlen um Rentner

Den Arbeitgebern ist diese Entwicklung durchaus willkommen. In der Corona-Pandemie wurden in vielen Betrieben Stellen abgebaut. Besonders die älteren Mitarbeiter:innen wurden gedrängt, in den Ruhestand zu gehen. Doch jetzt werden genau diese Arbeitskräfte wieder benötigt.

Um die Jobs wieder schmackhaft zu machen, haben viele Arbeitgeber ihre Strategie angepasst. „Die Arbeitgeber ergreifen Maßnahmen, um Leute anzulocken. Es gibt einen erhöhten Anteil an Stellenausschreibungen, in denen Begriffe wie Einstellungsprämien oder Halteprämien erwähnt werden“, erklärt Nick Bunker, Direktor für Wirtschaftsforschung für Nordamerika beim Jobportal Indeed gegenüber dem US-Nachrichtenportal CNBC. „Für Menschen, die früher im Ruhestand waren und jetzt wieder arbeiten, hat das sicherlich Auswirkungen“, so Bunker weiter.

Drohende Rezession: Müssen ältere Menschen dann wieder als Erstes gehen?

Doch schon bald könnte in den USA der nächste Job-Kahlschlag drohen. Sollte das Land in eine Rezession rutschen, stehen wieder zahlreiche Stellen auf der Kippe. Es ist jedoch fraglich, ob dann wieder die ältere Generation aus dem Arbeitsleben gedrängt wird, oder ob Firmen eine andere Strategie fahren.

„Wenn ich Chefin eines Unternehmens wäre, würde ich versuchen, diese Rückkehrer unter allen Umständen zu halten“, sagt Jane Oates, Präsidentin von „WorkingNation“, einer gemeinnützigen Organisation aus Los Angeles, die sich auf Veränderungen in der Arbeitswelt spezialisiert hat, gegenüber tagesschau.de. „Bis 2030 werden in den USA mehr Menschen leben, die über 60 sind als unter 18“, macht sie deutlich. Heißt also: Früher oder später sind die meisten Firmen auch auf ältere Arbeitskräfte angewiesen. (ph)

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