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Rente für Selbstständige: Mit wie viel Geld Sie im Alter rechnen können

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Von: Constantin Hoppe

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Die Bundesregierung plant die Einführung einer Rentenpflicht für Selbstständige. Das sollten Selbstständige dazu wissen.

Frankfurt – Heute schon an morgen denken. Das heißt, finanziell für die Rente vorsorgen. Das ist für alle Menschen wichtig – ganz besonders aber für Selbstständige. Denn viele von ihnen sind nicht Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Derzeit plant die Bundesregierung eine verpflichtende Rentenversicherung, für Menschen, die sich künftig selbstständig machen. Das Ziel der Politik ist es, die Altersarmut in dieser Berufsgruppe zu senken. Grundsätzlich sollen Selbstständige in der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht einbezogen werden, jedoch mit der Möglichkeit, sich hiervon befreien zu lassen, wenn sie eine anderweitige geeignete Vorsorge nachweisen können.

Rente für Selbstständige: Durch Corona konnten viele Selbstständige nicht fürs Alter vorsorgen

Während der Corona-Pandemie verloren viele Selbstständige Aufträge, mussten ihre Läden schließen, konnten in der Folge kaum Geld fürs Alter zurücklegen oder mussten sogar Rücklagen auflösen. Einer drohenden Altersarmut will die Regierungskoalition durch die verpflichtende Rentenversicherung entgegenwirken. Ausgenommen davon sind Personen, wie Hebammen, Ärzt:innen und Schauspieler:innen, die bereits anderweitig pflichtversichert sind.

Reicht Menschen im Alter das Geld nicht, um ihren Lebensunterhalt zu decken, bekommen sie vom Staat auf Antrag die sogenannte Grundsicherung. Diese setzt sich aus einem Grundbetrag (2022 sind dies 449 Euro für Alleinstehende), sowie der Übernahme von Miete und Heizkosten zusammen. Aufgrund regionaler Unterschiede bei den Wohnkosten fällt diese jedoch unterschiedlich hoch aus. Den durchschnittlichen Bruttobedarf bei der Grundsicherung im Alter gibt das Statistische Bundesamt 2021 mit 831 Euro an. Geplant ist, dass die Pflichtversicherung eine Rente „oberhalb des Grundsicherungsniveaus“ ermöglicht, heißt es im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP.

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Die Rente reicht heute für viele Rentner kaum noch aus. (Symbolbild) © Michael Gstettenbauer/Imago

Rente für Selbstständige: 550 Euro monatlich für die Grundsicherung

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat für die Wirtschaftswoche berechnet, wie hoch die Beiträge von Selbstständigen zur gesetzlichen Rentenversicherung sein müssten, um eine Höhe der Rente oberhalb der Grundsicherung zu erreichen. Die Ergebnisse dabei sind ernüchternd.

Eine Nettorente von 831 Euro entspricht derzeit einer Bruttorente von 933 Euro. Um diesen Betrag zu erreichen, müssten Selbstständige aktuell 45 Jahre lang monatlich 370 Euro einzahlen, so die DRV. Um denselben Betrag innerhalb von 30 Jahren Versicherungspflicht zu erreichen, müssten jeden Monat 550 Euro eingezahlt werden. In beiden Varianten macht das aufsummiert rund 200.000 Euro.

Diese Selbstständigen sind bereits jetzt Rentenversicherungspflichtig

Bundesregierung: Pflichtrente für Selbstständige muss auch angenommen werden

Die DRV schlägt deshalb eine private Vorsorge für Selbstständige vor, wie beispielsweise die Riester-Rente. Auf dem freien Markt gibt es eine fast unüberschaubare Anzahl an Versicherungsangeboten. Generell rät die DRV, darauf zu achten, dass die Versicherung verständlich und nachvollziehbar ist.

Damit stehen Selbstständige jedoch nicht alleine da: Laut der DRV erhielten im Jahr 2021 Männer beim Eintritt in die Altersrente durchschnittlich 1203,53 Euro. Frauen bekamen dagegen im Schnitt 856,05 Euro. Davon werden noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie Steuern abgezogen. Sonderlich viel bleibt dann nicht mehr zum Leben. Viele müssen daher, wenn möglich, privat vorsorgen.

Wie letztlich das Renten-Modell der Bundesregierung aussehen wird, ist derzeit noch nicht klar: Fest steht aber, dass die neue Altersvorsorgeverpflichtung auch von den Betroffenen angenommen wird. (con)

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