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Es gibt einige Gründe, um wegen der Rente nach Österreich auszuwandern.
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Es gibt einige Gründe, um wegen der Rente nach Österreich auszuwandern (Symbolbild).

Altersvorsorge

Mehr Rente im Ausland: Deshalb lohnt es sich, nach Österreich auszuwandern

  • Moritz Serif
    vonMoritz Serif
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Die Linke fordert eine Reform des Rentensystems nach dem Vorbild Österreichs. Dort zahlen auch Beamte in die Altersvorsorge ein, das Rentenniveau ist höher - was Chancen bietet.

  • Die Rente in Deutschland unterscheidet sich deutlich von Österreich.
  • So können Menschen im Alpenland früher in die Rente eintreten.
  • Auch das Niveau der Altersvorsorge ist deutlich höher als hierzulande.

Berlin – 982 Euro - das ist die Durchschnittssumme, die Rentnerinnen und Rentner in Deutschland monatlich vom Staat erhalten. In Zeiten von steigenden Mieten reicht die Altersvorsorge für viele Menschen kaum zum Leben. Nicht nur deshalb zieht es viele Senior:innen nach Griechenland oder nach Mallorca. Und, welch‘ Überraschung: Für viele ist es ein Traum, den Ruhestand am Strand zu verbringen.

In Österreich gehen die Menschen früher in Rente als in Deutschland.

Eine weitere Alternative dürfte die Auswanderung nach Österreich sein. Das dortige System unterscheidet sich nämlich deutlich von der Altersvorsorge hierzulande. In der Alpenrepublik arbeiten die Menschen nämlich nicht so lange wie in Deutschland. Außerdem dürfen sich die Ruheständler:innen dort über eine durchschnittlich höhere Rente freuen.

Rente in Österreich: Weshalb bekommen Senior:innen mehr Pension als hierzulande?

Weshalb ist das so? Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Österreicher:innen zahlen mit einem Beitragssatz von 22,8 Prozent deutlich mehr ein als die Deutsche (18,7).
  • Zudem zahlen Arbeitgeber:innen ebenfalls höhere Beiträge ein.
  • Dadurch ist das Rentenniveau höher.
  • Auch Selbstständige und Verbeamtete leisten Beiträge.
  • Der Anteil der Beitragszahler:innen liegt damit in der Alpenrepublik (71 Prozent) höher als in Deutschland (64 Prozent).

Genau aufgeschlüsselt tragen Arbeitgeber:innen dort 12,55 Prozent und Angestellte 10,25 Prozent. Außerdem liegt das durchschnittliche Rentenalter in Österreich bei 60 Jahren (Frauen) und 65 Jahren (Männer). Im Gegensatz dazu zählt für alle ab 1964 Geborenen in Deutschland das Eintrittsalter bei 67 Jahren.

Wer vor dem 1. Januar 1947 geboren ist, kann mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen. Ab 1947 erhöht sich das Eintrittsalter um je einen Monat. Menschen, die 1955 geboren sind, können daher also erst mit 65 Jahren und neun Monaten in den Ruhestand gehen. Ab 1964 ist der Eintritt erst mit 67 Jahren möglich, wie die Deutsche Rentenversicherung erklärt.

Wie finanziert sich die Rente in Österreich?

Ein weiterer Unterschied: Im Alpenland finanziert sich die Altersvorsorge aus Beiträgen und staatlichen Zuschüssen. Die Zuschüsse werden aus Steuermitteln bestritten. Österreicher:innen können sich zudem über geringere Beiträge zur Krankenversicherung freuen. Auch eine Pflegeversicherung gibt es dort nicht. Dadurch sind Sozialversicherungsbeiträge dort niedriger als in Deutschland.

Insgesamt liegt das Rentenniveau im Alpenland nach 45 Beitragsjahren bei 80 Prozent. Zum Vergleich: in Deutschland sind es gerade einmal 48 Prozent. Außerdem wird die Altersvorsorge in Österreich jährlich an die Inflationsrate angepasst. Dafür gibt es dort keine privaten Riester- oder Betriebsrenten.

Bundestag: Rentensysteme in Österreich und Deutschland nur bedingt vergleichbar

Laut „t-online.de“ weist der wissenschaftliche Dienst des Bundestages allerdings darauf hin, dass sich die Rentensysteme nicht gänzlich miteinander vergleichen lassen. So müssen die Menschen in Österreich mindestens 15 Jahre lang versichert sein. In Deutschland sind es hingegen nur fünf Jahre.

„Wir brauchen eine große Rentenreform in Deutschland, die sich an Österreich orientiert“

Die Linke will, dass das System hierzulande reformiert wird. „Wir brauchen eine große Rentenreform in Deutschland, die sich an Österreich orientiert“, forderte Fraktionschef Dietmar Bartsch bei der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dort erhalten Durchschnittsverdiener:innen im Schnitt rund 800 Euro mehr. Auch befürwortet Bartsch, dass alle, egal ob Beamte oder Selbstständige, in die Kasse einzahlen sollen.

Mit dieser Idee sind die Linken nicht alleine. Auch Bert Rürup, der ehemalige Wirtschaftsweise und Namensgeber der Rürup-Rente, möchte, dass Beamte einzahlen. „Bei Lehrern und Hochschullehrern, zudem bei großen Teilen der öffentlichen Verwaltung“, solle man daher künftig auf den Beamtenstatus verzichten, sagte Rürup der „Süddeutschen Zeitung“.

Rentenreform am Beispiel Österreich ist aktuell nicht geplant

Aktuell ist eine solche Reform jedoch nicht in Sicht. Vielmehr möchte die CDU das System dahingehend verändern, dass künftig Rentner:innen erst nach 45 Jahren Regelversicherungszeit in Rente gehen können. Dann wäre das reine Alter nicht mehr entscheidend dafür, wann man in den Ruhestand gehen kann.

Wer nicht auf eine Reform warten möchte, kann auswandern, um höhere Renten zu bekommen. Zwischen Deutschland und Österreich besteht außerdem ein Sozialversicherungsabkommen. Dadurch werden Ansprüche anerkannt. Damit werden die Rentenansprüche des jeweiligen anderen Landes anerkannt, wie die Deutsche Rentenversicherung mitteilt.

Rente in Österreich: Wie Sie in den Genuss höherer Zahlungen kommen

Wichtig ist jedoch, dass es für bereits geleistete Arbeitsjahre keinen Zuschlag gibt. Erst wenn ein neuer Arbeitsvertrag in Österreich besteht, kommen künftige Rentner:innen in den Genuss höherer Zahlungen. Die Versicherung erfolgt automatisch. (Moritz Serif)

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