Versteuerung

Rente ist nicht steuerfrei - Auch Rentner müssen Steuern zahlen

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Auch die Rente ist steuerpflichtig. Wer 2020 in den Ruhestand geht, muss 80 Prozent seiner Rente versteuern - und dieser Wert steigt weiter an.

  • Die Rente ist nicht steuerfrei, im Gegenteil: Seit 2005 gilt die „nachgelagerte Besteuerung“
  • Zug um Zug werden die Ausgaben für Altersvorsorge steuerfrei, während die Renten besteuert werden
  • Wer 2020 in Rente geht, muss 80 Prozent seiner Rente versteuern

Die Ansicht, Renten seien steuerfrei, ist weit verbreitet - aber nicht richtig. „Renten sind grundsätzlich einkommenssteuer- beziehungsweise lohnsteuerpflichtig“, heißt es auf der Website der Deutschen Rentenversicherung dazu. Seit 2005 gilt die „nachgelagerte Besteuerung“. Zug um Zug in einem Zeitraum von 35 Jahren werden die Ausgaben für Altersvorsorge steuerfrei, während später die Renteneinkünfte besteuert werden.

Diese „nachgelagerte Besteuerung“ soll für den Steuerzahler von Vorteil sein: Die Ausgaben für Altersvorsorge verringern die Steuerbelastung während der Berufsjahre. Bezieht man Rente, sind die Einnahmen geringer und damit auch der Steueranteil auf die Rente.

Auf die Rente muss man Steuern zahlen - Details richten sich nach dem Geburtsjahr

Wer bis 2005 in Rente gegangen ist, muss 50 Prozent seiner Bruttorente versteuern. Jedes Jahr steigt der Prozentsatz des steuerpflichtigen Rententeils seitdem um zwei Prozentpunkte. Im Jahr 2020 sind es 80 Prozent der Rente, die versteuert werden müssen. Ab 2020 erhöht sich der Anteil der zu versteuernden Rente nur noch um einen Prozentpunkt pro Jahr - das heißt, wer 2040 oder später in Rente geht, muss damit rechnen, dass die Rente voll versteuert wird.

Prozentsätze zur Berechnung des Rentenfreibetrags - Übersicht

Rentenbeginn

Besteuerung der Rente

Prozentsatz Freibetrag

bis 2005

50 %

50 %

2006

52 %

48 %

2007

54 %

46 %

2008

56 %

44 %

2009

58 %

42 %

2010

60 %

40 %

2011

62 %

38 %

2012

64 %

36 %

2013

66 %

34 %

2014

68 %

32 %

2015

70 %

30 %

2016

72 %

28 %

2017

74 %

26 %

2018

76 %

24 %

2019

78 %

22 %

2020

80 %

20 %

2021

81 %

19 %

2022

82 %

18 %

2023

83 %

17 %

2024

84 %

16 %

2025

85 %

15 %

2026

86 %

14 %

2027

87 %

13 %

2028

88 %

12 %

2029

89 %

11 %

2030

90 %

10 %

2031

91 %

9 %

2032

92 %

8 %

2033

93 %

7 %

2034

94 %

6 %

2035

95 %

5 %

2036

96 %

4 %

2037

97 %

3 %

2038

98 %

2 %

2039

99 %

1 %

ab 2040

100 %

0 %

Steuern auf Rente zahlen: Finanzamt berechnet den Rentenfreibetrag

Das bedeutet jedoch nicht, dass man auf die komplette Rente Steuern zahlen muss: Für alle, die bis 2039 erstmals Rente erhalten, berechnet das Finanzamt den Rentenfreibetrag - den Teil der Rente, der nicht versteuert werden muss. Dieser Freibetrag bleibt auch in der Zukunft unverändert - auch dann, wenn die Rente durch Rentenerhöhungen steigt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Rentenanpassungen das steuerpflichtige Renteneinkommmen erhöhen und voll steuerpflichtig sind.

Auch für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und Hinterbliebenenrenten gilt seit 2005 die nachgelagerte Besteuerung.

Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom März 2002 gab den Anstoß zur Umstellung der Rentenbesteuerung auf die nachgelagerte Besteuerung. Die erste Klage gegen diese Besteuerung ist bereits beim Bundesfinanzhof anhängig.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa

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