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Rente mit 63 - das sollten Sie dazu wissen.

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Rente mit 63: Das müssen Sie über den vorzeitigen Ruhestand wissen

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Rente mit 63: Sie wollen mit 63 Jahren in Rente gehen? Wir geben Ihnen wertvolle Tipps für den vorzeitigen Ruhestand.

Rente mit 63 Jahren: Ausspannen, den Hobbys nachgehen, Zeit für die Familie und sich selbst haben – viele Berufstätige sehnen die Zeit der Rente herbei. Für die 1954 Geborenen kommt in diesem Jahr der Moment. Denn mit 65 Jahren und acht Monaten können sie regulär in Rente gehen. 

Mit 63 in Rente ist für viele Arbeitnehmer möglich 

Auch wenn sie theoretisch früher in den Genuss der Altersbezüge kommen können, denn schon ab 63 Jahren gibt es die Möglichkeit eine Altersrente vorzeitig in Anspruch zu nehmen.

Und immer mehr Menschen tun dies in Deutschland. „Rund 411 000 Menschen entschieden sich im vergangenen Jahr dafür. 2014, also vor fünf Jahren, waren es noch etwa 348 000 Menschen“, sagt Dirk von der Heide, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund. Wir erklären, was beim Rentenantritt zu beachten ist.

Rente mit 63: So lautet die Regelung im Detail

45 Versicherungsjahre: Wer 45 Jahre lang Beiträge eingezahlt hat und heute mindestens 63 Jahre alt ist, hat Anspruch auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die ohne Kürzung gezahlt wird. Da das Alter für den Rentenantritt schrittweise angehoben wird, gilt das allerdings nur noch für vor 1953 Geborene. Nehmen wir an, jemand wurde am 1.1.1956 geboren und begann mit 15 Jahren eine Lehre. Dann hat er oder sie 2019 zwar schon 48 Berufsjahre – so es keine Fehlzeiten gab. Die Altersrente ohne Abschläge kann er oder sie aber erst mit 63 Jahren und acht Monaten erhalten, denn hier liegt für diesen Jahrgang der frühestmögliche Rentenbeginn für diese Altersrente.

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35 Versicherungsjahre: Menschen mit 35 Beitragsjahren nennt die Rentenversicherung „langjährig Versicherte“. Sie können mit 63 Jahren in die Frührente gehen – allerdings müssen sie dann mit Abschlägen bei der Rente rechnen. Ein Beispiel: Ein Versicherter wurde am 1.1.1960 geboren und hat eine zu erwartende Bruttoaltersrente von 1500 Euro. Entschließt er sich, mit 63 Jahren, also am 1.1.2023, in Rente zu gehen (statt wie für diesen Jahrgang regulär am 1.5.2026), muss er eine Rentenminderung von zwölf Prozent in Kauf nehmen, so eine Berechnung der Deutschen Rentenversicherung. Die Kürzungen betragen 0,3 Prozent pro Monat des vorgezogenen Rentenbeginns. Wer ein Jahr früher in Rente geht, hat eine Rentenminderung von 3,6 Prozent. Im Beispielfall würde der Bruttobetrag der Altersrente dauerhaft um 180 Euro gemindert werden, also 1320 Euro statt 1500 Euro betragen.

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Wichtig ist zu beachten, dass die Kürzung für die gesamte Dauer der Rentenzeit gilt. Schließlich wird schon frühzeitig Geld aus dem Rententopf entnommen. Stiftung Warentest hat allerdings berechnet, dass sich das durchaus lohnen kann – zumindest bis zu einem bestimmten Alter.

„Geht ein heute 60-Jähriger mit 63 in Frührente, bezieht er bis zum 81. Geburtstag insgesamt mehr Rente, als er mit der Regelaltersrente erhalten hätte“, lautet das Fazit der Stiftung. Schließlich bezieht er bereits länger Rente, als derjenige, der beispielsweise erst mit 65 Jahren in Rente geht. Nach dem 81. Geburtstag machen sich die geringeren Bezüge in der Gesamtsumme dann aber bemerkbar.

Frührente: Abzüge werden im Laufe der nächsten Jahre ansteigen

Abschlag: Die Abzüge bei der Frührente werden im Laufe der nächsten Jahre ansteigen. Der Grund: Das Rentenalter wird immer weiter angehoben und die zeitliche Differenz zur Frührente mit 63 Jahren wird größer. Liegt das Rentenalter zurzeit bei 65 Jahren und acht Monaten, so können 1964 und später Geborene erst mit 67 Jahren in Rente gehen. Um vier Jahre früher sein Alter genießen zu können, würde die Rente um 14,4 Prozent gekürzt. Bei 1500 Euro Rente wären das 216 Euro. Die Rente läge dann bei 1284 Euro.

Ausgleichszahlungen: Versicherte können durch Beitragszahlungen die Rentenminderung ganz oder teilweise ausgleichen. Wie hoch diese Zahlungen ausfallen, berechnet die Rentenversicherung individuell. Billig ist es aber nicht. Die Rentenversicherung gibt ein Rechenbeispiel: Wer bei einer zu erwartenden Rente von 1452,26 Euro beschließt, 14 Monate vor dem regulären Rentenantritt in Frührente zu gehen, müsste eine Ausgleichszahlung von 14 382,85 Euro vornehmen. So könnte er die rund 61 Euro, die monatlich von der Rente abgezogen würden, selbst einschießen.

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Um Ausgleichszahlungen leisten zu können, müssen Versicherte mindestens 50 Jahre alt sein. Pro Jahr sind maximal zwei Teilzahlungen möglich. Die Rentenversicherung empfiehlt, sich hierzu ausführlich beraten zu lassen. Die freiwilligen Beiträge können steuerlich geltend gemacht werden.

Außerdem interessant: Trotz Ausgleichszahlungen wird die Rente geringer ausfallen, als wenn der Versicherte bis zur Regelaltersrente weiterarbeiten würde. Schließlich zahlt er ab dem Zeitpunkt der Frührente keine Beiträge mehr ein.

Vorteil für Versicherte in neuen Bundesländern wird 2025 aufgehoben

Für Versicherte in den neuen Bundesländern lohnen sich die Ausgleichszahlungen besonders, denn hier sind die freiwilligen Beiträge geringer, um die Rentenminderung auszugleichen. 2025 wird dieser Vorteil aufgehoben. Wer sich kurz vor Eintritt in die Frührente überlegt, doch weiterarbeiten zu wollen, kann dies übrigens tun. Die Ausgleichszahlungen werden zwar nicht erstattet, aber sie erhöhen die Rente.

Hinzuverdienst: Um eine Kürzung finanziell auszugleichen, können Frührentner auch neben ihrer Altersrente hinzuverdienen. Hierbei gilt es aber die Obergrenze zu beachten, bis zu der der Hinzuverdienst anrechnungsfrei ist. 6300 Euro brutto jährlich sind möglich, ohne dass dies auf die Rente angerechnet wird. Die Summe 6300 Euro basiert auf dem Verdienst beim Mini-Job; sie beträgt zwölfmal 450 Euro plus zwei zusätzliche Gehälter. Wer einen Minijob eingeht, muss zwar Sozialabgaben zahlen, doch diese sorgen auch für eine minimale Aufbesserung der Rente. Der Zugewinn zur Rente neben dem Zuverdienst beträgt laut einem Berechnungsbeispiel der Rentenversicherung knapp fünf Euro pro Jahr bei einem Mini-Job.

Steuererklärung für Rentner

Steuerpflicht: Ein Rentner ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn er mit seinem Gesamtbetrag der Einkünfte den jährlichen Grundfreibetrag übersteigt. Im Jahre 2019 beträgt der Grundfreibetrag 9168 Euro für Ledige und 18 336 Euro für Verheiratete.

Steuerfrei: Wer in diesem Jahr in Rente geht, für den sind 22 Prozent der Rente steuerfrei. Dieser Prozentsatz wird in den kommenden Jahren allerdings weiter sinken. Ab dem Renteneintritt im Jahr 2040, soll mit 100 Prozent die gesamte Rente besteuert werden. 

Reicht das Geld im Alter? 

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