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Wirtschaftsinstitute

Rente mit 69: Länger arbeiten wegen Corona?

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Deutsche Wirtschaftsinstitute wollen eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Die Rente mit 69 soll die Staatskassen angesichts der Corona-Pandemie auffüllen. 

Berlin – Wer mitten im Berufsleben steht, fängt früher oder später an, sich mit dem Thema Rente auseinanderzusetzen. Bis zu welchem Alter muss man eigentlich laut Gesetz arbeiten? Kann man es sich vielleicht leisten, früher in Rente zu gehen? Daran, länger zu arbeiten als gesetzlich vorgeschrieben, denken wohl nur wenige – schließlich liegt das gesetzliche Renteneintrittsalter im Jahr 2031 bereits bei 67 Jahren.

Nun fordern mehrere Wirtschaftsinstitute in einer „Gemeinschaftsdiagnose“ für das Bundeswirtschaftsministerium eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 69 Jahre – unter anderem wegen Corona. Sie schreiben: „Nach der Bewältigung der Corona-Krise wird die Wirtschaftspolitik vor der Herausforderung stehen, die Staatsfinanzen wieder auf eine solide Basis zu stellen.“ Dabei müsse man angesichts der Demografie vor allem die Rentenversicherung in den Blick nehmen. Und: „Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters würde die Staatsfinanzen gleichzeitig ein- und ausgabeseitig stützen.“

Forderung nach Rente mit 69: Deutschland hat ein demografisches Problem

Das demografische Problem, das auf Deutschland zukommt, ist längst bekannt: Immer mehr Menschen gehen in Rente, gleichzeitig kommen weniger Menschen auf den Arbeitsmarkt nach. In den kommenden Jahren erreichen die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter, künftig verlassen nach Berechnung der Fachleute pro Jahr etwa 400.000 mehr Menschen den Arbeitsmarkt als nachrücken.

Rente erst mit 69? Ein Vorschlag von Wirtschaftsfachleuten sieht das vor – auch wegen Corona. (Symbolbild)

Die Zuwanderung von Erwerbstätigen reiche nicht, um diese Lücke zu füllen, so die Expert:innen in ihrer Studie. Sie sehen Potenzial bei Menschen, die beispielsweise Grundsicherung oder Wohngeld erhalten und ihre Arbeit nicht ausweiten, weil sie sonst mehr Steuern zahlen müssten, während gleichzeitig die staatlichen Leistungen gekürzt würden. „Steuern, Sozialabgaben und Transfers sollten so aufeinander abgestimmt sein, dass sich eine Ausweitung der Erwerbstätigkeit in jedem Fall lohnt“, schreiben die Fachleute in ihrem Papier.

GeburtsjahrRenteneintrittsalterRenteneintritt ab
195665 Jahre und 10 Monate2021
195765 Jahre und 11 Monate2022
195866 Jahre2024
195966 Jahre und 2 Monate2025
196066 Jahre und 4 Monate2026
196166 Jahre und 6 Monate2027
196266 Jahre und 8 Monate2028
196366 Jahre und 10 Monate2029
ab 196467 Jahre2031

Expert:innen wollen Renteneintrittsalter erhöhen – erst mit 69 in Rente?

Auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Kinderbetreuung sehen die Fachleute noch Potenzial – kommen jedoch trotzdem letztendlich zu dem Schluss, dass eine Anhebung des Renteneintrittsalters „sinnvoll“ wäre, auch „angesichts einer steigenden Lebenserwartung und Vitalität“. Der Schritt, das Eintrittsalter für die Rente zu erhöhen, „brächte eine doppelte Rendite“, so die Wirtschaftsforschenden. „Es würde das Arbeitskräftepotenzial stärken, wenn die Menschen ein Stück weit länger dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Und es würde auf der Ausgabenseite der Rentenversicherung wirken“, zitiert n-tv.de Oliver Holtemöller, den Vizepräsidenten des Instituts für Wirtschafsforschung Halle (IWH), bei der Vorstellung der Studie.

Erst mit 69 in Rente? Das fordern Wirtschaftsinstitute. (Symbolbild)

Es ist nicht das erste Mal, dass Wirtschaftsfachleute eine Anhebung des Renteneintrittsalters fordern. Bereits 2019 schrieb die Bundesbank in ihrem Monatsbericht Oktober, dass die gesetzliche Rentenversicherung ab Mitte der 2020er Jahre durch die demografische Entwicklung „unter erheblichen Druck“ komme. Der Vorschlag der Bundesbank: Das Rentenalter solle nach 2030 so angehoben werden, „dass die Relation von Renten- zu Beitragsjahren in etwa stabil bleibt“ – Menschen mit Geburtsjahrgang 2001 würden dann ab Mai 2070 mit 69 Jahren und vier Monaten in Rente gehen. (Tanja Banner)

Rubriklistenbild: © Christian Ohde/imago-images.de

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