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Rente mit 63: Neue Regeln – Das müssen Seniorinnen und Senioren unbedingt beachten

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Von: Wolfgang DePonte

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Ab 2023 fällt die Hinzuverdienstgrenze für Rentner ganz weg. Das schafft in der Praxis den Raum für eine neue Strategie bei der Planung für den Ruhestand.

Frankfurt – Arbeiten und gleichzeitig Rente beziehen, ohne dass diese wegen des Hinzuverdienstes gekürzt wird: Das können viele Arbeitnehmer:innen mit 63 Jahren dank der Corona-Sonderregeln bereits seit zwei Jahren. Aber ab dem kommenden Jahr gelten noch großzügigere Regelungen – und zwar dauerhaft. Denn die Hinzuverdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten entfällt ersatzlos. Die tz erklärt die Details.

Mit der Abschaffung will die Bundesregierung bei einem vorzeitigen Ruhestand den Übergang vom Arbeits- ins Rentenleben flexibilisieren. Das schafft in der Praxis den Raum für eine neue Strategie: Wer die Altersrente vorzeitig in Anspruch nimmt, kann künftig in vielen Fällen mit doppeltem Einkommen planen: Rente plus Arbeitseinkommen.

Früher in Rente: Was galt bisher?

Derzeit steht im Rentengesetz noch: Frührentner:innen, die in einem Kalenderjahr mehr als 6300 Euro brutto verdienen, müssen mit einer Kürzung ihrer Rente rechnen. Wegen Corona wurde diese Grenze auf 46.060 Euro erhöht. Ende des Jahres sollte diese Sondervereinbarung dann eigentlich auslaufen. Doch anders als zunächst geplant, fällt die Zuverdienstgrenze für Frührentner:innen nun sogar ganz weg. Die Voraussetzungen gelten aber weiter: 35 Beitragsjahre (inklusive Anrechnungszeiten), Mindestalter 63 Jahre.

Wie kann man seine Ruhestandsplanung jetzt anpassen?

Wenn Gesundheit und Arbeitgeber mitspielen, kann man einige Jahre mit doppeltem Einkommen kalkulieren. Das kann sinnvoll sein, um zum Beispiel die letzten Schulden aufs Wohneigentum zu tilgen oder wenn man sich den Traum von einem Wohnmobil oder einer Reise erfüllen will.

Wächst der Rentenanspruch?

Da die Beschäftigung ja weiterhin rentenversicherungspflichtig ist, erwirbt man weitere Rentenpunkte. Bei einem Bruttolohn von 2000 Euro sind das pro Jahr gut 0,6 Entgeltpunkte. In vier Jahren käme so ein monatliches Rentenplus von etwa 100 Euro zusammen.

Was ist steuerlich zu beachten?

Durch die Kombination von Rente und Arbeitseinkommen können zusätzliche Steuern anfallen, denn der größte Teil der Rente ist ja steuerpflichtig. Wichtig auch: Von Arbeitslohn gehen nach wie vor Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge ab, die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung werden von der Rente abgezogen. Steuern behält die Rentenversicherung nicht ein. Dafür muss man eine Steuererklärung abgeben. Durch die zusätzlich bezogene Rente wird eine Steuernachzahlung fällig!

Rechenbeispiel:

Bernd K. verdient 3000 Euro brutto im Monat, seine Monatsrente liegt bei 1500 Euro (Weitere Angaben: Zusatzbeitrag Krankenversicherung 1,3 Prozent, Pflegeversicherung mit Kind, keine Kirchensteuer). Netto bleiben Bernd K. vom Lohn 2025,17 Euro und von der Rente nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung 1335 Euro. Nimmt man das als Grundlage, muss er mit einer Steuernachzahlung von 2000 Euro rechnen. Dafür müsste er monatlich rund 165 Euro zurücklegen.

Was muss man tun?

Einfach die Rente beantragen, eine Erlaubnis des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin ist nicht notwendig. Soll der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin nichts von der Rente erfahren, hat man die Möglichkeit, eine Teilrente (zum Beispiel 90 Prozent) zu beantragen.

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