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Früher in Rente – mit mehr Geld: Wie das trotz Abschlägen funktioniert

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Von: Patricia Huber

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Ein früherer Renteneintritt ist in der Regel mit Abschlägen verbunden. Doch dank einer neuen Regelung gibt es Möglichkeiten für Beziehende, an mehr Geld zu kommen.

München – Die Rente mit 70 wird immer häufiger ins Spiel gebracht – manche Politiker:innen und Expert:innen dringen vehement auf ein höheres Renteneintrittsalter. Derzeit kann man in Deutschland mit 67 Jahren regulär in Altersrente gehen – viele wünschen sich aber einen früheren Start in den Ruhestand.

Rente: Wer früher geht, muss mit Abschlägen rechnen

Das Problem: Ein früherer Renteneintritt ist in der Regel mit Abschlägen verbunden. Denn: Für jeden Monat, den man vor dem regulären Erreichen der Altersgrenze in Rente geht, muss man 0,3 Prozent der Rentenbezüge abdrücken. Dieser Abschlag bleibt dann auch dauerhaft bestehen – also nicht nur bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze.

Wer also bereits mit 63, statt mit 67 Jahren in Rente gehen möchte, erhält monatlich 14,4 Prozent weniger Geld von der Deutschen Rentenversicherung. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Rente lag 2021 bei Männern im Westen bei 1218 Euro. Würde man davon dann die 14,4 Prozent abziehen, wären das rund 175,39 Euro weniger, die der Rentner zur Verfügung hätte.

Doch mit einer neuen Regelung, die in diesem Jahr eingeführt wurde, bieten sich ganz neue Möglichkeiten für Ruheständler. Denn wer kein Problem damit hat, trotz Frührente noch ein wenig zu arbeiten, kann die Möglichkeit des Hinzuverdienstes in Anspruch nehmen. Seit dem 1. Januar 2023 gibt es dafür nämlich kein Limit mehr. Rentner können theoretisch also ihre volle Rente beziehen und trotzdem weiterarbeiten wie bisher – Abzüge gibt es dafür keine, berichtet merkur.de.

Ein älterer Mann geht mit einer Aktentasche in der Hand und telefoniert währenddessen.
Ein früherer Renteneintritt ist in der Regel mit Abschlägen verbunden – aber nicht immer. (Symbolbild) © IMAGO/Uwe Umstätter

„Auf jeden Fall mehr Geld“: Neue Renten-Möglichkeit für Senior:innen

„Die Kombination einer vorgezogenen Rente und einem Erwerbseinkommen ist deswegen attraktiv, weil man im ersten Augenblick auf jeden Fall mehr Geld hat: Erwerbseinkommen und Rente“, erklärt Jutta Schmitz-Kießler vom Institut Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen gegenüber dem heute-journal.

Doch es gibt noch einen weiteren Vorteil: „Perspektivisch ist es möglich [...], dass sich die Rente dadurch auch wieder steigert.“ Denn: Wer in die sogenannte vorgezogene Altersrente geht und weiterhin arbeitet, zahlt auch weiterhin in die Rentenkasse ein. Somit erhöht sich die Rente, die dann beim Erreichen des regulären Alters ausgezahlt wird, auch noch ein wenig.

Wer also früher in Rente geht und trotzdem ein wenig weiterarbeitet, kann die Abschläge durch den früheren Einstieg in den Ruhestand kompensieren. Wer zudem weiterhin Vollzeit arbeitet, hat am Ende sogar mehr Geld auf dem Konto, also noch vor dem Renteneintritt. Bald-Ruheständler:innen, die das in Erwägung ziehen, sollten sich jedoch unbedingt noch individuell bei der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen und auch nicht außer Acht lassen, dass die Abschläge die gesamte Rentendauer über bestehen bleiben. (ph)

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