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Rente mit 63: Hat sich die Regierung bei der Frührente verrechnet?

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Von: Sophia Lother

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Mit 63 in Rente? Offenbar nutzen immer mehr Menschen diese Option. (Symbolfoto)
Mit 63 in Rente? Offenbar nutzen immer mehr Menschen diese Option. (Symbolfoto) © Hodei Unzueta/Imago

Immer mehr Deutsche gehen mit 63 in Rente. Die Frührente können nur besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen. Wird das nun zum Problem?

Frankfurt – Die Rente* mit 63 ist für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine verlockende Zukunftsperspektive. Mit ihr können besonders langjährig Versicherte schon früher in den Ruhestand eintreten und ihre Zeit mit Familie, Freunden oder den liebsten Hobbys verbringen.

Wer mindestens 45 Jahre lang in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert ist, darf „grundsätzlich früher in Rente gehen“, so die Deutsche Rentenversicherung. Seit Juli 2014 konnten Versicherte, die vor 1953 geboren sind, ohne Abschläge mit 63 in die Rente gehen. Seitdem wird das Renteneintrittsalter* schrittweise angehoben. Doch Medienberichten zufolge scheint sich die Bundesregierung bei ihrer Kalkulation verrechnet zu haben.

Rente mit 63 Jahren: Hat sich die Regierung verrechnet?

Bereits im Jahr 2019 deutete sich an, dass mehr Menschen als erwartet schon mit 63 in Rente* gehen wollen. Im Gesetzesentwurf im Jahr 2014 stand damals: „Es wird von etwa 200.000 Fällen je Jahr ausgegangen“. Jedoch waren es beispielsweise im Jahr 2018 rund 240.000 Rentnerinnen und Rentner, die dieses Angebot nutzten. Im Folgejahr lag die Zahl ebenfalls darüber.

Wie die Bild-Zeitung nun berichtet, wurden im Jahr 2021 insgesamt 254.337 Anträge auf die Rente mit 63 bewilligt. Das bedeutet nochmals einen Anstieg von 2,5 Prozent im Hinblick auf das Folgejahr.

Insgesamt sind es rund 340.000 mehr Menschen, die das Angebot der Rente für besonders langjährig Versicherte seit 2014 nutzen, als die Bundesregierung vorgesehen hatte. Schon im Frühjahr sollen die Kosen laut der Zeitung erstmals auf über drei Milliarden Euro im Monat ansteigen.

Rente mit 63 – Eintrittsalter für Frührente wird schrittweise angehoben

Wie die neue Bundesregierung die offenbar kontinuierlich steigenden Kosten stemmen will, ist noch nicht bekannt. Im Jahr 2009 wurde eine Anhebung des bis dahin geltenden Renteneintrittsalters beschlossen. Waren es zuvor 65 Jahre, wird die Grenze nun schrittweise bis 2029 auf 67 Jahre angehoben. Der damalige Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) begründete das Vorgehen damit, dass dies sinnvoll und generationsgerecht sei, da immer mehr Menschen länger Rente beziehen und später in den Beruf einsteigen würden.

Ein Überblick über das Renteneintrittsalter nach Geburtsjahren:

GeburtsjahrRenteneintrittsalterRenteneintritt ab
195565 Jahre und 9 Monate2020
195665 Jahre und 10 Monate2021
195765 Jahre und 11 Monate2022
195866 Jahre2024
195966 Jahre und 2 Monate2025
196066 Jahre und 4 Monate2026
196166 Jahre und 6 Monate2027
196266 Jahre und 8 Monate2028
196366 Jahre und 10 Monate2029
ab 196467 Jahre2031

Rente mit 63: Welche Vorgaben gibt es für die Frührente?

Für die Rente mit 63 für besonders langjährig Versicherte steht die Vorgabe im Mittelpunkt, das Mindestalter erreicht zu haben und dass die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt werden muss. Auf diese werden laut Bundesarbeitsministerium „in erster Linie Beitragszeiten aus versicherter Beschäftigung oder Tätigkeit, Pflege und Kindererziehung angerechnet“.

Das Ministerium hat in einer Auflistung veröffentlicht, welche Zeiten zu den benötigten 45 Jahren zählen:

Auch im Jahr 2022 kommen auf Rentnerinnen und Rentner wieder verschiedene Änderungen* zu. Neben einer Rentenerhöhung steigt auch die Versteuerung der Rente* in einigen Fällen. (slo) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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