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Altersvorsorge mithilfe von Minijobs: Auch mit geringfügigen Beschäftigungen lässt sich die gesetzliche Rente aufbessern. Und es gibt weitere Vorteile. (Symbolbild)
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Altersvorsorge mithilfe von Minijobs: Auch mit geringfügigen Beschäftigungen lässt sich die gesetzliche Rente aufbessern. Und es gibt weitere Vorteile. (Symbolbild)

Finanzen

Altersvorsorge: Warum sich der Beitrag zur gesetzlichen Rente auch bei Minijobs lohnt

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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In Deutschland zahlen etwa 80 Prozent der geringfügig Beschäftigten nicht in die Rentenversicherung ein. Eine vertane Chance für die Rente.

Frankfurt – Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland gingen im Jahr 2020 einer geringfügigen Beschäftigung nach und verdienten dadurch monatlich maximal 450 Euro. Insbesondere bei Studierenden sind die Jobs auf 450-Euro-Basis beliebt, um sich neben dem Studium etwas dazuzuverdienen. Auch einige Arbeitnehmer:innen in Deutschland nutzen die Minijobs, um das Gehalt aus der Hauptbeschäftigung aufzubessern. Die Altersvorsorge lässt ein Großteil der Minijobber:innen dabei aber außer Acht. Das ist oft ein Fehler: Denn wer trotz der geringfügigen Beschäftigung in die Rente einzahlt, erfreut sich einiger Vorteile.

Laut Minijob-Zentrale, der zentralen Einzugs- und Meldestelle für alle geringfügigen Beschäftigungen in Deutschland, zahlen gut 80 Prozent der Minijobber:innen keine Beiträge in die gesetzliche Rente ein. Der Grund ist zunächst einleuchtend. Denn tatsächlich gibt es bei Minijobs keine Verpflichtung, selbst in die Rentenversicherung einzuzahlen. Hintergrund dieser Regelung ist es, das ohnehin schon niedriger Lohnniveau nicht noch weiter zu senken. Aber: Selbst einen Beitrag zur gesetzlichen Rente zu leisten, lohnt sich auch bei Minijobs.

Rente und Minijob: Eigenbeiträge für die gesetzliche Rente lohnen sich

Grundsätzlich gilt, dass Minijobber:innen, die ihre Tätigkeit nach 2013 aufgenommen haben, in der gesetzlichen Rente versicherungspflichtig sind. Das bedeutet, dass die entsprechenden Rentenbeiträge gezahlt werden müssen. Allerdings haben geringfügig Beschäftigte die Möglichkeit, sich mit einem schriftlichen Antrag bei ihrem Unternehmen von dieser Versicherungspflicht zu befreien, um den monatlichen Lohn nicht weiter zu kürzen. Empfehlenswert ist das allerdings nicht. „Bevor Minijobber:innen sich von der Zahlung des Eigenbeitrags befreien lassen, sollten sie sich informieren, welche Auswirkungen dies auf ihre soziale Absicherung hat“, empfiehlt beispielsweise die Deutsche Rentenversicherung. Denn eine solche Befreiung lässt sich nicht rückgängig machen und ist bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses bindend.

JahrGeringfügig Neben- und Hauptbeschäftigte in Deutschland
20177,8 Millionen
20187,8 Millionen
20197,9 Millionen
20207,3 Millionen
Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Aber warum raten viele Fachleute von einer Befreiung der Versicherungspflicht ab? Ganz einfach: In einem Minijob ist die finanzielle Belastung für Arbeitnehmer:innen ohnehin sehr gering. Denn Arbeitgeber:innen übernehmen einen Großteil der Beträge, nämlich 15 Prozent des Gesamtarbeitslohns. Da der übliche Prozentsatz der Beiträge zur Rentenversicherung bei 18,6 Prozent liegt, leisten die Arbeitnehmer:innen lediglich die noch ausstehenden 3,6 Prozent für die Rentenversicherung. Bei einem Monatseinkommen von 450 Euro liegt der Eigenbeitrag somit bei 16,20 Euro im Monat. Das geht aus einer Rechnung der Deutschen Rentenversicherung hervor.

Eigenbeiträge für die gesetzliche Rente bei Minijobs: Zahlung bietet Vorteile

Für Minijobs, die bereits vor dem Jahr 2013 angenommen wurden, gilt ohnehin keine Rentenversicherungspflicht. Zumindest dann, wenn durch die geringfügige Beschäftigung maximal 400 Euro pro Monat eingenommen werden. Wer diese Grenze überschreitet, wird automatisch versicherungspflichtig. Allerdings: Bis zu einem Betrag von 450 Euro können sich Arbeitnehmer:innen auch hier von der Versicherungspflicht befreien lassen. In diesem Modell kommt bis zu einem maximalen Verdienst von 400 Euro ausschließlich das jeweilige Unternehmen für die gesetzliche Rente auf. Allerdings können Arbeitnehmer:innen dabei auf ihre Versicherungsfreiheit verzichten. Der Vorteil: Die Minijobber:innen erwerben dadurch den „Anspruch auf das volle Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung“, so die Deutsche Rentenversicherung.

Aber welche Vorteile bietet die Zahlung des monatlichen Beitrags in die gesetzliche Rente für Minijobber:innen noch? Der wohl größte Nutzen ist, dass dann auch die Zeit in einem Minijob in vollem Umfang in die Mindestversicherungszeit für eine Rente einfließt, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Das heißt in die Zeit, die Arbeitnehmer:innen mindestens in die gesetzliche Rente eingezahlt haben müssen, um einen Rentenanspruch zu erlangen. Das gelte für die Altersrente genauso wie für eine mögliche Erwerbsminderungsrente sowie eine Hinterbliebenenrente. Bei der Altersrente beispielsweise beträgt diese Wartezeit fünf Jahre. Für einen Monat, in dem Beiträge für die gesetzliche Rente gezahlt werden, wird Arbeitnehmer:innen auch genau ein Monat angerechnet. Gerade Studenten können somit bereits während ihres Studiums einen Beitrag für ihre gesetzliche Altersvorsorge leisten.

Mit Minijobs die gesetzliche Rente aufbessern – Vorteile auch für Eltern

Darüber hinaus erhalten Arbeitnehmer:innen durch die Zahlung eines Rentenversicherungsbeitrags auch schneller Anspruch auf diverse Rehabilitationsleistungen in einem Krankheits- oder Verletzungsfall: „Wer in den letzten zwei Jahren mindestens sechs Monate Pflichtbeiträge in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann über die Rentenversicherung eine Reha beantragen“, so die dpa.

Besonders von den versicherungspflichtigen Minijobs können auch Eltern profitieren, die beispielsweise wegen der Kindeserziehung zeitlich „nur“ einen Minijob ausüben. Zwischen dem dritten und dem zehnten Lebensjahr des Kindes, der sogenannten Kinderberücksichtigungszeit, werden die Beträge zur gesetzlichen Rente laut dpa um bis zu 50 Prozent aufgewertet.

Rente: Das rät die Deutsche Rentenversicherung bei Minijobs

Auch Minijobs tragen also dazu bei, die gesetzliche Rente zumindest ein wenig aufzubessern. „Bei einem Monatsverdienst von 450 Euro steigt die monatliche Rente nach einem Jahr im Minijob derzeit um durchschnittlich 4,50 Euro“, so die Deutsche Rentenversicherung. Entscheidender als die 4,50 Euro ist aber die angerechnete Wartezeit für die verschiedenen Rentenarten. Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt daher, sich gut zu informieren, bevor sich Minijobber:innen von der Zahlung des Eigenbeitrages für die gesetzliche Rente befreien lassen. „Der Verzicht auf die Versicherungspflicht bei Minijobs kann etwa dazu führen, dass eine bereits erworbene Absicherung im Invaliditätsfall wieder wegfällt oder Minijobber keine Förderung ihrer Riester-Rente mehr erhalten“, heißt es vonseiten der Deutschen Rentenversicherung.(Yannick Wenig)

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