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Erwerbsminderungsrente: Wann Long-Covid-Betroffene in Rente gehen können

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Von: Constantin Hoppe

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Viele Menschen leiden nach einer Covid-19-Erkrankung noch lange unter Beschwerden. Betroffene können eine Erwerbsminderungsrente in Anspruch nehmen.

Frankfurt – Selbst nach leichten Corona-Krankheitsverläufen können gesundheitliche Problematiken über sehr lange Zeit bestehen, welche als Long Covid bezeichnet werden. Die Zahlen sind hoch: Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt, dass bei bis zu zehn Prozent der Erkrankten Symptome des Coronavirus länger bestehen bleiben.

Die Betroffenen klagen über neurologische Ausfälle, häufige Erschöpfung, psychische Probleme oder Bewegungseinschränkungen, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. „Post Covid“ oder „Long Covid“ heißt das Krankheitsbild. Viele Menschen können aufgrund eines schweren Long Covid-Falls nicht mehr arbeiten und wollen früher in Rente gehen. Doch dabei gibt es einiges zu beachten.

Arbeitsunfähigkeit durch Long Covid: 10.000 Reha-Anträge gingen 2021 bei der DRV ein

Grundsätzlich unterscheidet die gesetzliche Rentenversicherung bei Gewährung einer Erwerbsminderungsrente nicht zwischen den Ursachen der gesundheitlichen Einschränkungen, erklärt die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Das bedeutet, dass auch wegen Long Covid-Symptomen eine teilweise oder volle Rente wegen Erwerbsminderung in Betracht kommen kann.

Frau liegt auf dem Sofa.
Wer an Fatigue leidet, kann seinen Alltag häufig nur noch schwer bewältigen. (Symbolbild) © Jake Jakab/IMAGO

Jedoch steht vor einer möglichen Erwerbsminderungsrente eine Reha: Bei der DRV hat man sich mittlerweile auf Long Covid eingestellt und bietet spezielle Covid-Angebote an. Zusammen mit der Reha sollte man einen Antrag auf Übergangsgeld stellen – denn während der Reha ruht das Krankengeld.

Arbeitsunfähigkeit durch Long Covid: Reha kommt vor Erwerbsminderungsrente

Sollte es nach den Reha-Maßnahmen immer noch Probleme geben, steht eine Erwerbsminderungsrente im Raum. Dazu muss zuerst begutachtet werden, inwieweit ein möglicher Empfänger noch arbeitsfähig ist. Bei voller Erwerbsminderung kann ein Anspruch auf die volle, bei teilweiser Erwerbsminderung auf die halbe Erwerbsminderungsrente vorliegen.

Eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhält, wer wegen Krankheit oder Behinderung zwar noch drei Stunden täglich arbeiten kann, aber keine sechs Stunden mehr. Wer wegen Krankheit oder Behinderung nicht einmal mehr drei Arbeitsstunden leisten kann, erhält eine Rente wegen voller Erwerbsminderung.

Damit eine Person überhaupt eine Erwerbsminderungsrente erhalten kann, müssen diese Voraussetzungen erfüllt sein:

Arbeitsunfähigkeit durch Long Covid: Rentenabschläge bei Erwerbsminderung

Für Erwerbs­minderungs­renten gelten genauso wie für alle Alters­renten sogenannte Renten­abschläge, sofern sie vorzeitig bezogen werden. Für jeden Monat, den die Erwerbs­minderungs­rente vor diesem Zeit­punkt beginnt, werden 0,3 Prozent abge­zogen. Maximal sind es 10,8 Prozent, erklärt die DRV.

Wie viele Personen derzeit eine Erwerbsminderungsrente wegen Long Covid in Anspruch nehmen, lässt sich nicht genau sagen. Die DRV teilte jedoch mit, dass im Jahr 2021 rund 10.000 Reha-Anträge wegen Long Covid eingingen. Ein entsprechender Antrag kann über die Website der DRV gestellt werden. (con)

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