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Rente: Innenministerin schlägt früheren Ruhestand für Ehrenamtliche vor

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Von: Tanja Koch

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Feuerwehrfrau
Die freiwillige Feuerwehrfrau Julia Richardt in einem Hubschrauber der Bundespolizei. Ehrenamtliche Helfer wie sie könnten künftig früher in Rente gehen. © Robert Michael/dpa

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat ins Spiel gebracht, langjährige Helfende in Ehrenämtern ein Jahr früher in Rente gehen zu lassen.

Berlin/Potsdam – Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat angeregt, langjährige Ehrenamtliche ein Jahr früher in die Rente eintreten zu lassen. Mit einer solchen Art der Frührente könne der Staat Anreize für ein freiwilliges Engagement für die Allgemeinheit schaffen, sagte Faeser am Dienstagabend (09. August) in der Talk-Reihe „RND vor Ort“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in Potsdam.

„Man muss darüber nachdenken, wie man denjenigen etwas Gutes tun kann, die das ihr Leben lang getan haben“, sagte Faeser, etwa indem man diejenigen, „die ihr Leben lang einen solchen Dienst an der Bevölkerung geleistet haben, früher in Rente schickt – ein Jahr beispielsweise.“ Für besonders wertvolle Tätigkeiten wie „dieses herausragende Ehrenamt bei der Feuerwehr oder auch bei Rettungsdiensten“ müsse man über solche Modelle nachdenken, um Anreize zu setzen. Das Ehrenamt für die Allgemeinheit, das viele Menschen zusätzlich zu ihrer Arbeit und Familie leisteten, sei ein sehr hohes Gut.

Frühere Rente für Ehrenamtliche: Bedarf an Helfenden steigt

Faeser würdigte das ehrenamtliche Engagement von Menschen bei Feuerwehren und Rettungsdiensten zum einen, warnte aber zum anderen, dass diese die Aufgaben vielleicht irgendwann nicht mehr bewältigen könnten. „Wir sind sehr privilegiert mit unserem Freiwilligensystem“, sagte Faeser. Bei den Freiwilligen Feuerwehren funktioniere das sehr gut. „Aber man kann ihnen nicht allein die Verantwortung für all diese Großschadensereignisse geben.“

Denn gerade in den vergangenen Jahren sei eine Veränderung spürbar geworden: „Die Naturkatastrophen nehmen zu. Deutschland war jahrzehntelang privilegiert“, sagte sie. Mit mehr Hochwasser, langen Trockenperioden und Waldbränden sowie schweren Stürmen und Orkanen würde auch der Bedarf an Ehrenamtlern zunehmen, erläuterte Faeser den Hintergrund ihres Vorschlags.

Früherer Renteneintritt und Dienstpflichtjahr: Faeser will Anreize für Engagement schaffen

Deshalb müsse auch über verpflichtende Modelle, wie beispielsweise ein Dienstpflichtjahr gesprochen werden. Die Chancen, für ihre Idee eine politische Mehrheit zu finden, bezeichnete Faeser als „im Moment eher überschaubar“. Allerdings sei sie der Meinung, „dass wir dranbleiben müssen, auch das zu diskutieren.“ Die Zielgruppe dafür sind für die Ministerin zunächst junge Menschen: „Sie werden mit den Jungen anfangen müssen.“ (mit mit dpa/epd/afp)

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