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„Altersarmut steigt und steigt“ – Mehr Renten-Beziehende erhalten Grundsicherung

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Von: Karolin Schäfer

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Die Altersarmut in Deutschland nimmt zu. Deutlich mehr Rentner:innen als noch im Vorjahr beziehen Grundsicherung. Dietmar Bartsch fordert eine Mindestrente.

Frankfurt – Ein Leben lang gearbeitet und trotzdem reicht die Rente nicht. Für viele bedeutet der Ruhestand vor allem Altersarmut. Angesichts der Energiekrise infolge des Ukraine-Krieges dürfte sich die Situation noch einmal verschärft haben.

Dementsprechend beziehen inzwischen immer mehr Rentner:innen zusätzlich zur monatlichen Rente Leistungen aus der Grundsicherung. Das geht aus einer Übersicht des Statistischen Bundesamtes hervor. Den Bericht hatte zuvor die Linke im Bundestag angefragt.

Für viele reicht die Rente kaum, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Die Zahl der Menschen im Alter, die Grundsicherung beziehen, ist gestiegen.
Für viele reicht die Rente kaum, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Die Zahl der Menschen im Alter, die Grundsicherung beziehen, ist gestiegen. © Jens Kalaene/dpa

Wenn die Rente nicht reicht – Immer mehr Menschen beziehen Grundsicherung

Daraus wird ersichtlich, dass im Juni 2022 bundesweit fast 628.000 Menschen im Rentenalter Grundsicherungsleistungen bezogen haben. Das seien rund 51.000 Menschen mehr als noch im Vorjahr. Vor allem Frauen sind auf die Leistung angewiesen.

Grundsicherung (Juni 2022)
Frauenrund 354.700
Männerrund 273.900
Quelle: Statistisches Bundesamt

Grundsicherung erhalten diejenigen, deren Einkommen im Alter oder bei voller Erwerbsminderung nicht für den Lebensunterhalt ausreicht. „Wenn Ihr gesamtes Einkommen unter 924 Euro liegt, sollten Sie prüfen lassen, ob Sie Anspruch auf Grundsicherung haben“, informierte die Rentenversicherung.

Grundsicherung: „Immer mehr Rentner erleben sozialen Abstieg und Verarmung“

Die wachsende Zahl an Leistungsbeziehenden bietet für Linksfraktionschef Dietmar Bartsch Anlass zur Sorge. „Altersarmut steigt und steigt“, sagte er gegenüber dem RND. „Immer mehr Rentner erleben sozialen Abstieg und Verarmung.“ Angesichts der ungebremsten Inflation sei das auch „kein Wunder“.

Bartsch sieht vor allem bei der Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP Handlungsbedarf. „Die Ampel muss deutlich mehr tun, dass Rentnerinnen und Rentner durch den Winter kommen“, forderte Bartsch. „Wir brauchen einen Abwehrschirm gegen Altersarmut. Die Preise für Strom und Gas müssen vor dem Winter gedeckelt werden, nicht danach.“

Mehr Rentner:innen erhalten Grundsicherung – Linken-Fraktionschef fordert Renten-Reform

Bartsch schlägt vor, die geplante Energiepauschale von 300 Euro für kleine bis mittlere Renten zu erhöhen. Zudem forderte der Linken-Fraktionschef eine umfassende Reform der Grundrente. „Die Bundesregierung sollte angesichts der Zehn-Prozent-Inflation die unzureichende Grundrente in eine armutsfeste, solidarische Mindestrente in Höhe von 1200 Euro umwandeln.“

Zuletzt hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekündigt, den Starttermin für die Gaspreisbremse zum 1. Januar auszuloten. Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission hatte für private Gaskund:innen sowie kleine Firmen eine Einmalzahlung im Dezember auf der Basis der Abschlagszahlung im September empfohlen. (kas/epd/dpa)

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