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Grundrente „erfolgreich eingeführt“: Zuschlag für über eine Million Rentner

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Von: Lukas Rogalla

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Mehr als eine Million Rentnerinnen und Rentner profitieren von der Grundrente. Für den Zuschlag müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Frankfurt/Berlin – Mehr als eine Million Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erhalten Grundrente. Das teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales am vergangenen Freitag (13. Januar) mit. Der Bundestag hatte die Grundrente für Menschen mit kleiner Rente 2020 beschlossen und im Jahr darauf eingeführt. Die Deutsche Rentenversicherung hat die nötigen Überprüfungen von insgesamt 26 Millionen Renten schrittweise umgesetzt und den Zuschlag nach und nach automatisch ausgezahlt.

„Die nun vorliegenden Zahlen zeigen, dass die Einführung der Grundrente richtig und wichtig war“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Etwa 1,1 Millionen Rentnerinnen und Rentner würden Monat für Monat durchschnittlich 86 Euro mehr erhalten. „Damit honorieren wir auch die Lebensleistung vieler Frauen, die mindestens 33 Jahre gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben.“ Da viele Frauen neben der Erziehung ihre Kinder häufig in Teilzeit oder auch in schlecht bezahlten Berufen gearbeitet haben, stellen sie einer große Gruppe der Grundrenten-Beziehenden dar.

Mehr Rente: Was ist die Grundrente – und wer hat Anspruch?

Auch in Ostdeutschland können Seniorinnen und Senioren überdurchschnittlich vom Zuschlag profitieren. In einer Pressemitteilung des Ministeriums vom 13. Januar heißt es: „Mit den heute bekannt gewordenen Zahlen steht fest, dass die Grundrente erfolgreich eingeführt werden konnte.“ Heil spricht zusätzlich von einem „sozialpolitischen Meilenstein“.

Grundrente bekommt, wer mindestens 33 Jahre Beiträge gezahlt hat. Ein Antrag ist nicht nötig, die Auszahlung erfolgt automatisch. Sie richtet sich an Geringverdiener, wobei die Beitragsleistung mindestens 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes entsprochen haben muss. Im Gesetzentwurf war die Bundesregierung vor einigen Jahren noch von rund 1,3 Millionen Menschen ausgegangen, die von der Grundrente profitieren. Wer verhältnismäßig gut verdient hat, wird keinen Zuschlag erhalten, da eine Einkommensprüfung notwendig ist.

Arbeitsminister Hubertus Heil plant eine Reform der Rente in Deutschland. (Symbolfoto)
Mehr als eine Million Seniorinnen und Senioren profitieren von der Grundrente. (Symbolfoto) © Imago

Renten-Beziehende profitieren: Berechnung der Grundrente erfolgt individuell

Die Höhe der Grundrente wird individuell berechnet. Das frühere Gehalt, also nicht die ausgezahlte Rente, dient dabei als Basis der Berechnung. „Um einen Anspruch auf Grundrente zu haben, muss das Einkommen während des Berufslebens durchschnittlich weniger als 80 Prozent des Durchschnittseinkommens betragen haben“, sagte die Rentenexpertin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Sennewald. Doch: „Zeiten, in denen Arbeitnehmer weniger als 30 Prozent des Durchschnittsverdiensts bekommen haben, erhalten keinen Grundrentenzuschlag.“ Auch Minijob-Zeiten fallen etwa darunter. Das bedeutet, dass es wohl Rentnerinnen und Rentner mit einer geringen Rente und ohne Anspruch auf die Grundrente gibt.

Grundrente: Wer erhält den Zuschlag auf die Rente?

Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, sagte nun der Deutschen Presse-Agentur: „Wir haben wie angekündigt bei neuen und laufenden Renten geprüft, ob ein Anspruch auf die Grundrente besteht.“ Dazu sei in kurzer Zeit eine Datenautobahn zwischen Rentenversicherung und Finanzbehörden aufgebaut worden. „Bei allen, bei denen die Voraussetzungen für Grundrente gegeben sind, erfolgt die Prüfung des Einkommens über die Datenautobahn“, sagte Roßbach. „Das funktioniert reibungslos.“ Künftig erfolge die Einkommensüberprüfung jährlich – „das ist aber insgesamt nicht mehr so aufwendig wie der Einführungsaufwand.“ (lrg/dpa)

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