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Vorzeitig in Rente: Wie Frührentner ihre Abschläge ausgleichen können

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Von: Karolin Schäfer

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Mit Sonderzahlungen lassen sich Abschläge von Frührentnerinnen und -Rentner ausgleichen.
Mit Sonderzahlungen lassen sich Abschläge von Frührentnerinnen und -Rentner ausgleichen. © Jens Kalaene/dpa

Wer vor dem Regeleintrittsalter in den Ruhestand gehen möchte, muss meist mit Abzügen rechnen. Doch mit einigen Tipps kann die volle Rente kassiert werden.

Frankfurt – Mehr Zeit für Hobbys, Familie und Freunde – viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erwägen, schon früher aus dem Berufsleben auszusteigen. Das bringt aber meist auch Abschläge mit sich, die von der Rente abgezogen werden.

Für die Altersrente gibt es vom Gesetzgeber ein festgelegtes Eintrittsalter. Dieses wird bis 2029 schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Wer bereits vor dem Renteneintrittsalter nach 35 Arbeitsjahren in Frührente gehen möchte, muss für jeden Monat früher 0,3 Prozent Abschlag in Kauf nehmen. Wer also ein Jahr früher mit dem Arbeiten aufhört, verliert ganze 3,6 Prozent seiner Altersrente.

Frührente: Zusätzliche Beiträge als Ausgleich zahlen

Lässt sich das umgehen? Tatsächlich gibt es seit Juli 2017 eine Möglichkeit. Ab dem 50. Lebensjahr können zusätzlich freiwillige Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt werden. Das war bis 2017 erst ab dem 55. Lebensjahr möglich. „Diese Zahlungen können als Aufwendungen für Altersvorsorge bei dem Finanzamt geltend gemacht werden“, informierte die Deutsche Rentenversicherung.

Wer sich später doch für einen regulären Rentenbeginn entscheidet, profitiert dann auch von höheren Beiträgen der Altersrente. Die Höhe des jeweiligen Ausgleichsbetrags ergibt sich aus der „Rentenauskunft über die voraussichtliche Minderung der Altersrente“, erklärte die Deutsche Rentenversicherung. Diese erhalten Antragstellerinnen und Antragsteller beim Versicherungsträger.

Früher in Rente: Nach 45 Versicherungsjahren ohne Abschläge in den Ruhestand

Wer bereits 45 Jahre Versicherungszeit hinter sich hat, gilt als besonders langjährig versichert und kann ebenfalls früher in die Rente eintreten – ganz ohne Abschläge. Wer vor 1953 geboren wurde, kann so mit 63 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand gehen.

Bei späteren Geburtsjahren verschiebt sich aber auch hier das Eintrittsalter. Für alle, die zwischen 1953 und 1963 geboren wurden, wird das Rentenalter schrittweise angehoben. Wer nach 1964 geboren wurde, kann nach 45 Jahren Versicherungszeit mit 65 Jahren in die Rente eintreten. Allerdings wies die Deutsche Rentenversicherung darauf hin, dass die Altersrente für besonders langjährig Versicherte nicht vorzeitig bezogen werden kann.

GeburtsjahrRenteneintritt nach 45 Versicherungsjahren
vor 195363 Jahre
1953 bis 1963schrittweise Erhöhung bis 65 Jahren
ab 196465 Jahre

Neben den Sonderzahlungen ab dem 50. Lebensjahr kann auch jedes Jahr der anrechnungsfreie Hinzuverdienst für Rentnerinnen und Rentner genutzt werden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Grenze zur Hinzuverdienstmöglichkeit von 6300 auf 46.060 Euro angehoben. Die Erhöhung gilt für alle mit vorgezogener Altersrente, egal ob angestellt oder selbstständig. Im Jahr 2022 kann man also bis zu 46.060 Euro im Jahr zusätzlich zur Rente dazu verdienen, ohne dass diese gekürzt wird. (kas)

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