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Die Grundsicherung im Alter liegt im Jahr 2017 im Schnitt bei 814 Euro monatlich – der Bedarf ist jedoch angesichts unterschiedlicher Lebenshaltungskosten regional sehr unterschiedlich.

Rente

Fleißig, aber dennoch arm

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Mehr als elf Millionen Beschäftigte verdienten 2017 so wenig, dass ihre gesetzliche Rente im Alter unter der Grundsicherung liegen wird.

Mehr als elf Millionen Arbeitnehmern in Deutschland droht im Alter eine Mini-Rente. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. 2017 verdienten 11,32 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte so wenig, dass ihre Rentenansprüche auch nach 45 Beitragsjahren nicht über die Höhe der staatlichen Grundsicherung für dieses Jahr hinausgehen würden.

Laut Arbeitsministerium war zuletzt ein versicherungspflichtiges Jahresentgelt von mindestens 24.289 Euro erforderlich, um nach 45 Jahren versicherungspflichtiger Beschäftigung eine Nettorente oberhalb des durchschnittlichen Bruttobedarfs der Grundsicherung zu erhalten.

Diese Rechnung bezieht sich jedoch allein auf gesetzliche Rentenansprüche. Ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund sagte, es handele sich „um Berechnungen von fiktiven Rentenanwartschaften“, die in Bezug auf die unterstellte Versicherungsbiografie keine empirische Grundlage aufweise. Unklar sei zum Beispiel, wie sich der Versicherungsverlauf entwickeln werde: „Daher lassen die Werte keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Höhe zukünftiger Rentenanwartschaften zu.“

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Zudem habe die Betrachtung individueller Ansprüche alleine aus der gesetzlichen Rentenversicherung nur begrenzte Aussagekraft mit Blick auf ein mögliches Armutsrisiko. „Rentnerinnen und Rentner haben in zahlreichen Fällen Alterseinkünfte aus weiteren Quellen, beispielsweise Betriebsrenten, Kapitaleinkünfte oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung“, so der Sprecher. „Auch können niedrige Rentenleistungen durch Einkünfte eines Partners oder daraus abgeleiteten Ansprüchen auf Hinterbliebenenleistungen ausgeglichen werden.“

Laut Antwort des Bundesarbeitsministeriums lag die Grundsicherung im Alter im Jahr 2017 im Schnitt bei 814 Euro monatlich – der Bedarf ist jedoch angesichts unterschiedlicher Lebenshaltungskosten regional sehr unterschiedlich. In Hamburg war der durchschnittliche Bedarf mit 884 Euro monatlich 2017 am höchsten, in Sachsen mit 736 Euro am niedrigsten. „Von Altersrentenbeziehern, die die Regelaltersgrenze bereits erreicht haben, beziehen rund drei Prozent zusätzlich Grundsicherung im Alter, weil Rente und weitere Einkommen zusammen unter dem Grundsicherungsniveau liegen“, so ein Sprecher der Rentenversicherung.

„Seit Jahren steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die nicht genug verdienen, um im Alter auf eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu kommen“, sagte AfD-Sozialexperte René Springer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Niedrige Löhne und atypische Beschäftigungsverhältnisse sind die Treiber dieser beunruhigenden Entwicklung, die durch Digitalisierung und Automatisierung vermutlich noch deutlich verschärft wird. Ich sehe bei der Bundesregierung kein Konzept zur Bewältigung dieser Herausforderungen.“

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will in Kürze einen Gesetzentwurf für eine Grundrente vorlegen. Ziel ist es dabei, die Rentenansprüche langjähriger Geringverdiener aufzustocken. Voraussetzung sollen mindestens 35 Beitragsjahre sein, wozu auch Erziehungs- und Pflegezeiten gezählt werden. Von der Reform würden drei bis vier Millionen Menschen profitieren.

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