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Erwerbsminderungsrente: Wer zu krank ist, bekommt in Zukunft mehr Rente

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Von: Karolin Schäfer

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Ab 2024 soll es mehr Geld für viele Empfängerinnen und Empfänger der Erwerbsminderungsrente geben.
Ab 2024 soll es mehr Geld für viele Empfängerinnen und Empfänger der Erwerbsminderungsrente geben. © Oliver Berg/dpa

Wer Rente bezieht, soll aufgrund der Inflation von der Bundesregierung entlastet werden. Das gilt bald auch für Beziehende der Erwerbsminderungsrente.

Frankfurt – Angesichts der Inflation infolge des Ukraine-Kriegs und der Corona-Pandemie steigen die Lebenshaltungskosten rasant. Auf Rentnerinnen und Rentner kommen diesbezüglich jetzt einige Änderungen zu. Zum 1. Juli wurden die Renten deutschlandweit erhöht. Auch Menschen, die seit längerem Erwerbsminderungsrente erhalten, sollen von Verbesserungen profitieren.

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeitsfähig ist, erhält anstelle des Einkommens eine Rente. So zumindest die Grundidee der Erwerbsminderungsrente. Wer noch einige Stunden am Tag arbeiten kann, soll sein oder ihr Einkommen so teilweise aufbessern können. Die Deutsche Rentenversicherung weist darauf hin, dass der Zeitpunkt zur regulären Altersrente jedoch noch nicht erreicht sein darf.

Rente bei Krankheit: Diese Änderungen betreffen die Erwerbsminderung

Rentnerinnen und Rentner, die von 2001 bis 2018 in Erwerbsminderungsrente gingen, sollen künftig Zuschläge erhalten. Damit sollen drei Millionen Beziehende ab 2024 bis zu 7,5 Prozent mehr Geld bekommen. Bislang gab es nur eine Verbesserungen für Neurentnerinnen und -rentner. Alle anderen gingen leer aus.

Wer also im Zeitraum vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2018 erstmals Erwerbsminderungsrente bezogen hat, bekommt ab dem 1. Juli 2024 einen pauschalen Zuschlag zur Rente, der an die individuelle Vorleistung an Entgeltpunkten anknüpft. Das wird den Staat im Jahr der Änderung etwa 1,3 Milliarden Euro für zusätzliche Rentenausgaben kosten.

Rente wegen Krankheit: Wie bekommt man eine Erwerbsminderungs­rente?

Bevor man eine Erwerbsminderungsrente bekommt, wird der jeweilige Fall von der Deutschen Rentenversicherung geprüft. Dabei wird zunächst überprüft, „ob wir Ihnen helfen können, Ihren Lebensunterhalt wieder selbst zu bestreiten“, heißt es seitens der Rentenversicherung. Das sind die Möglichkeiten dafür:

Sollte das nicht möglich sein, wird beurteilt, wie viel die Betroffenen noch arbeiten können. Anhand dessen wird dann entschieden, ob eine Rente wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung infrage kommt. Dafür müssen Rentnerinnen und Rentner mindestens fünf Jahre vor Eintritt in die Erwerbsminderung in der Deutschen Rentenversicherung versichert gewesen sein.

Zudem müssen mindestens in den letzten drei Jahren Pflichtbeiträge zur Altersvorsorge an die Rentenversicherung gezahlt worden sein. Wer aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr als drei Stunden täglich arbeiten kann, erhält die volle Erwerbsminderung. (kas mit dpa/AFP)

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