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Bis 1500 Euro Inflationsprämie: Regierung plant neues Entlastungspaket für Rentnerinnen und Rentner

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Von: Tanja Koch

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Entlastungspaket für Rentner in Deutschland
Die Bundesregierung plant ein erneutes Entlastungspaket in der Energiekrise. (Symbolfoto) © Michael Gstettenbauer / Imago Images

Erste Details sind aus den Beratungen zum neuen Entlastungspaket durchgesickert. Auch ein Nachfolger des 9-Euro-Tickets ist wieder im Gespräch.

Berlin – In den kommenden Tagen ist damit zu rechnen, dass die Ampel-Regierung ein drittes Entlastungspaket verabschiedet. Das kündige etwa die SPD-Vorsitzende Saskia Esken an. Die Menschen dürften „in Kürze“ mit Entlastungen rechnen, sagte sie in der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv am Donnerstag (1. September). Neben Familien mit geringem und mittlerem Einkommen sollen auch Rentner und Studierende profitieren. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte am Mittwoch (31. August) nach einer Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg an, die Arbeiten zum neuen Paket würden „bald“ abgeschlossen.

Er freue sich darüber, dass bislang noch keine Details zum Entlastungspaket aus den Beratungen nach außen gedrungen seien. „Dass Sie davon nicht so viel mitbekommen haben, macht mich persönlich professionell stolz“, sagte er zudem. Nun sind aber offenbar doch Informationen an Journalist:innen herangetragen worden.

Inflationsprämie von 800 bis 1500 Euro auch für Rentner, Transfergeldbezieher und Studierende

Es sei „eine durchaus komplizierte Situation, im Markt die Regeln zu verändern, ohne dass der Markt umfällt“, zititert ntv Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Wie der Sender aus Regierungskreisen erfahren haben soll, sei aus diesem Grund für Gering- und Mittelverdiener eine „Inflationsprämie“ zwischen 800 und 1500 Euro geplant. Derartige Einmalzahlungen sollen auch Rentner:innen, Transfergeldbezieher:innen und Studierende erhalten.

Ein Heizgeld würde das Wohngeld ergänzen, das Kurzarbeitergeld würde verlängert. Gemeinsam mit der EU-Strommarktreform entspräche das Paket weitgehend den Vorstellungen der SPD-Fraktion. Diese hatte einen eigenen Vorschlag für Entlastungen eingereicht.

Energiekrise und Inflation: Entlastungen für „ganze Breite der Gesellschaft“ nötig

„Wir brauchen ein wuchtiges Paket für Entlastungen in der ganzen Breite der Gesellschaft“, begründete Finanzminister Christian Lindner (FDP) die Prämien und Boni. Im laufenden Jahr liege der Spielraum für Entlastungen demnach bei einem einstelligen, 2022 bei einem zweistelligen Milliardenbetrag. Eine Übergewinnsteuer sei Lindner zufolge juristisch und organisatorisch weiterhin zu kompliziert.

Habeck hingegen schloss einen Gaspreisdeckel für Verbraucherinnen und Verbraucher aus, da dieser nicht effektiv genug, zu teuer und bürokratisch sei. Überraschenderweise stellten die Minister jedoch einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket in Aussicht. Im Gespräch sei ein Modell, das nur einen Bruchteil der 14 Milliarden kosten würde, die für das 9-Euro-Ticket pro Jahr anfallen würden. (tk/AFP)

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